Chandrika Wolkenstein

Anders

Ich bleibe nicht lange,
sagt die Tochter.

Der Satz stellt sich
mit schmutzigen Schuhen
auf den Teppich.

Die Mutter nickt.

Vor ihr sitzt eine Frau
mit Kalender im Blick,
mit einer Tasche auf den Knien,
mit höflichen Händen.

Aber in der Mutter
rennt noch ein Mädchen
durch den Flur,
barfuß,
klebrig vom Sommer,
unsterblich vor dem Abendbrot.

Niemand sieht es.

Nicht einmal die Tochter.

Sie steht auf,
sagt: Ich muss los,

und irgendwo in der Mutter
fällt eine kleine Tür
für immer
ins Schloss.

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