Die gepflegte Sprache ist schon eine besondere Kunst,
doch der Heilige Bürokratius sie häufig verhunzt,
so dass die allermeisten Menschen nur „Bahnhof“ verstehen
und den Amtsschimmel vor Vergnügen kräftig wiehern sehen.
So geht in vielen Amtsstuben die Sprachkultur verloren,
ganz neue sprachliche Ungeheuer werden geboren,
außerdem man bekannte deutsche Begriffe nicht zuletzt
dem Zeitgeist entsprechend ins moderne „Denglisch“ übersetzt.
In manchen Regionen sind gewisse Sprachformen Pflicht,
deshalb hier ziemlich jeder in sympathischer Mundart spricht,
dagegen der total herzlose „Behördendialekt,“
den kaum ein Mensch versteht, unbehagliche Gefühle weckt.
Nicht nur der sprachgewandte akademische Germanist,
von dem monsterhaften Behördendeutsch nicht begeistert ist,
auch Konrad Duden, könnte er diese Entwicklung sehen,
würde sich vermutlich entsetzt in seinem Grab umdrehen.