Max Vödisch

Der Ruf aus dem Nebel

Leute, hört den Wind,
in dem keine Freiheit mehr erklingt.
Die Fahne weht im grauen Licht,
doch fremd ist sie und wärmt uns nicht.

Was sie Demokratie nur nennen,
lässt fremde Macht uns klar erkennen.
Die Gerechtigkeit im Dunkeln schweigt,
die Wahrheit längst im Schatten bleibt.

Wir treiben auf verlassenem Schiff,
es nähert sich dem dunklen Riff.
Der alte Kurs ging längst verloren,
doch Hoffnung wird in uns geboren.

Wann werdet ihr zusammenfinden,
statt euch im Streit selbst zu erblinden?
Wann wird Solidarität erwachen
und neue Zuversicht entfachen?

Der Egoismus, kalter Sturm,
errichtet Mauern, baut den Turm.
Wer nur den eignen Vorteil schützt,
erkennt zu spät, was ihm nichts nützt.

Leute, öffnet eure Sicht,
denn Blindheit schützt vor Unheil nicht.
Wer schweigend vor dem Nebel flieht,
den Weg zum eignen Stern nicht sieht.

Nehmt die Ruder in die Hand,
bevor versinkt das ganze Land.
Nur gemeinsam wird es glücken,
neue Freiheit zu erblicken.

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