Olga Sadlowski

Ein Wort

Ein Wort kann viel…des Menschen achtens, wir reden prompt und hören zu
Wir neigen gerne zum „Verachten“, und beurteilen jetzt und nu…
Erkennen Schwächen, nutzen Lage, ergreifen Wort, beenden Satz
„Tu das sofort! Weil ich das sage! Ich weise dich zu deinem Platz!“

Anmaßend…forsch und ausfallend – wir tun uns weh, gezielt, bewusst
Die Wörter knacken, leicht abfallend, das schmeckt nach mehr, treibt die Lust
Ein Witz mutiert zum Sarkasmus, verletzend, arg, intelligent
Behalten Recht bis zu Marasmus, so brüsk, so frech, Intransigent

Wie spitz die Lanze, so die Zunge, wir respektieren…haben biss
Ein Fraß der Wörter stillt den Hunger, mit Pflaster kleben Nervenriss
Eher höher, zynisch, bissig Stimme, desto bedeutende Antwort
Wie grausame Pantomime, ein Mensch, der schreit, den niemand hört

Ambitiös sind wir alle, wir jagen Ziele und Phantom
Wir strecken gerne scharfe Krallen, die Macht beweisen durch Atom
Gewieft, gekonnt gesetzt in Szene, scheinbarer Ruhm durch Quotensieg
Zum Schweigen nutzen die Migräne, den Schwachen raten Ausstieg

Ein „Niemand“ ist für uns unscheinbar, zu leise, dumm, sentimental
Zu schwach, mokant, gewiss angreifbar, bedeutungslos, so pauschal…
Durch Wort verletzbar, „nah am Wasser“, den zu besiegen-Kinderspiel
Der braucht immer Aufpasser, Beschützer, Sprecher…klares Ziel…

Ich frage mich bewusst und zornig: woher kommt all dieser Mist?
Wer gibt nun Recht Urteile schmieden? Wer stempelt die „Ablauffrist“?
Wer leise ist, der trägt die Gabe Zuhörer sein, ein Gast, die Luft
Der schütz den Rücken ohne „habe“, der immer da, wenn man ihn ruft

Die Klugheit hütet seine Seele, der setzt sich durch, und hält sein Wort
Er ist bereit für die „Befehle“, versteht das „sein“ und lebt mit Gott
Sein Herz ist groß und immer offen, die Sätze kurz, und dennoch rar
Er ist ein Mensch, wie wir alle, ein wahrer Herrscher, kluger Zar.

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