Noch steht der Winter über dem Land,
klar und unbewegt im bleichen Licht.
Die Felder tragen ihr schweigendes Maß,
die Bäume ragen, ernst und nackt,
als hielten sie Zwiesprache mit dem Himmel.
Doch plötzlich –
im Herzen der kalten Ordnung –
regt sich ein Klang.
Nicht laut zuerst.
Ein fernes Pochen nur,
wie Erinnerung an wärmere Zeiten.
Die Fastnacht naht.
Ein Feuer im Eis.
Ein Lachen im gefrorenen Raum.
Masken treten aus dunklen Türen,
Fackeln zeichnen Bewegung in die Nacht,
und wo eben noch Frost die Dinge hielt,
beginnt die Welt zu schwanken.
Ist dies Vermessenheit?
Oder uralte Weisheit?
Denn auch der Winter weiß:
Was sich nicht löst, zerbricht.
Was nicht tanzt, erstarrt.
So wird im strengsten Maß
für eine Stunde
das Maß überschritten.
Nicht um es zu zerstören –
sondern um es zu erneuern.
Der Klang der Trommel
reißt Risse in die starre Luft,
und unter Schnee und Schweigen
bebt schon der kommende März.
So steht die Nacht im Feuerkreis,
halb Frost, halb Frühling.
Und wenn der Morgen stiller wird,
wenn Masken fallen
und Atem wieder weiß in die Kälte steigt,
dann kehrt der Winter zurück –
doch nicht mehr derselbe.
Denn im Herzen des Frostes
ist ein Funken gewahrt,
der weiß:
Bald wird Licht sein.