Der Lenz geht leis durch feuchtes Gras,
die Knospe tastet nach dem Licht;
ein Schneeglöckchen hebt sein stilles Haupt,
der Winter schweigt und wehrt sich nicht.
Im März noch kühl, im April schon mild,
die Wege glänzen hell und rein;
ein erster Krokus brennt im Grün,
als wollt er Frühlingsfackel sein.
Es taut im Feld, es sprießt im Rain,
die Tulpe öffnet roten Mund;
ein Schmetterling im Sonnenflug
umkreist den warmen Erdenbund.
Ein Spaziergang führt durchs junge Land,
der Wind weht lau von Baum zu Baum;
aus Hecken klingt Vogelgezwitscher,
als sänge dort der Frühlingstraum.
Ein Fliederduft im Abendlicht,
ein Blütenmeer im Wiesengrün;
die Bienen summen überm Feld,
wo Osterglocken golden blühn.
Bald kommt der Mai mit hellem Tag,
die Luft ist warm, die Erde weit;
wer still im Garten stehen bleibt,
spürt: Jetzt beginnt die Frühlingszeit.