Es ging ein Wind durchs junge Land,
so mild von Hügeln nieder,
da hob im Gras ein Blümlein an
und reckte seine Glieder.
Der Schnee zerrann, der Frost entwich,
die Bächlein fingen an zu laufen,
und auf dem Zweig saß Vogel fein
und hub sein Lied zu singen.
Da kam ein Mägdlein durch den Hain
mit Korb und rotem Bande,
sie pflückte Krokus, pflückte Klee
im jungen Frühlingslande.
„Ach Blümlein klein, bleib stehen doch,
ich will dich nicht betrüben;
du sollst im Feld noch länger blühn
zur Freude aller Lieben.“
Da lacht der Lenz vom Himmel blau
und streut sein Licht so helle,
und überm Dorf im Morgenrot
erklingt die Vogelschelle.
So zieht der Frühling übers Land
mit Sang und bunten Scharen;
wer einmal seinen Gruß verspürt,
den lässt er nimmer fahren.