TIMO ERTEL

Frühlingsreigen im März

Die Jahreszeiten kehren wieder
wie alte Brüder auf vertrauten Wegen,
doch einer bringt das hellste Lachen:
der Frühling.
Auf kahlen Zweigen hebt ein erster Ruf
das lange Schweigen des Winters auf.
Ein Vogel genügt,
und die Stille beginnt zu schmelzen.
Die Erde richtet sich langsam auf,
befreit vom Frost der dunklen Monate.
Wer jetzt kein Staunen kennt,
hat die Kälte nicht wirklich gespürt.
Ein kleines Schneeglöckchen
hebt still den Kopf im Gras –
so beginnt Hoffnung:
unscheinbar und doch unübersehbar.
Leichter Duft zieht durch die Luft,
als atme die Landschaft tiefer,
als hätte der Boden selbst beschlossen,
wieder zu leben.
Über den Feldern tanzen Blüten im Wind,
und summende Gäste finden den Weg
zu diesem offenen Fest der Farben.
Der Frühling schweigt nicht.
Er spricht in Licht,
in Vogelrufen,
in der Musik des wachsenden Grüns.
Und während draußen alles austreibt,
treibt auch im Menschen etwas neu:
die Lust zu beginnen.

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