Werner Siepler

Getunte Worte

Es gibt deutsche Worte, die gefallen nicht,
deshalb man sie ganz cool fremdsprachig ausspricht.
So auch der Mix aus Deutsch und Englisch entstand,
der als „Denglisch“ rasch rege Zustimmung fand.

Nachstehende Beispiele Trendsetter sind,
ihre Bedeutung kennt schon fast jedes Kind.
Doch die Zahl „sterbender Wörter“ größer ist,
über kurz oder lang sie keiner vermisst.

Früher oft „Feste“ Ereignisse waren,
Feierwütige kamen stets in Scharen.
Doch der Begriff „Fest“ ist heute veraltet,
jetzt werden nur noch Events veranstaltet.

Nahm man damals Abschied und musste gehen,
hieß es in der Regel „Auf Wiedersehen.“
Heute viele auf „Italienisch“ stehen
und mit einem „Ciao“ auf den Lippen gehen.

Gute Beziehungen verschiedenster Art,
waren häufig hilfreich beim Karrierestart.
Heute die Connection die Steigbügel hält
und den benötigten Erfolg bereitstellt.

In jedem Betrieb hat der Chef das Sagen,
muss für den Laden Verantwortung tragen.
Doch in der heutigen Zeit, nach neuem Trend,
er sich als Betriebsleiter Manager nennt.

Die Gefühle der unterschiedlichsten Art,
haben manch einen vor Dummheiten bewahrt.
Nur werden Gefühle jetzt anders genannt,
sind aber als Feeling auch bestens bekannt.

Ein Bürger, der tatsächlich Karl Käse hieß,
wegen des Namens oft auf Gelächter stieß.
Hat auch die Zeichen der Zeit sofort erkannt
und sich ganz einfach Charly „Fromage“ genannt.

So wird das „Worttuning“ maßlos überdreht,
alte Begriffe es an den Kragen geht.
Könnte Konrad Duden den Blödsinn sehen,
würde er sich in seinem Grab umdrehen.

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