Der Tag zieht leis in Schattenbahnen,
sein goldner Atem wird zu Rauch.
Wie fern verklungene Orgelahnen
verblasst das Licht im Abendhauch.
Ein letztes Glühen in den Zweigen,
ein Funkeln, das zum Schweigen ruft.
Die Bäume sinken in ihr Schweigen,
ihr Kranz aus Rot durchwebt die Luft.
Ein Blatt löst sich mit stillen Zügen,
ein Tänzer in der Welten Zeit.
Es taumelt, als wollt’s sich genügen,
im Fall die Freiheit auszubreiten weit.
Der Wandel fragt nicht nach Verweilen,
er nimmt, was war, und gibt, was wird.
Im Nebel, der die Täler eilen,
verwischt, was uns den Sommer ziert.
Doch wo das Grau die Wege decket,
liegt auch ein neuer leiser Glanz.
Ein Funke, der die Erde wecket,
ein Hoffnungsschein im Blätterkranz.
Und wer den Herbst mit Herzen höret,
vernimmt im Schweigen reinen Sinn:
Nichts geht verloren, was uns rühret –
es kehrt verwandelt stets zurück darin.