Sommertag

Heiße, schwere Stille.
Ein müder Vogel singt zum Flattern des Schmetterlings.
Klar umrissene Schatten, dort, wo sie zu Hause sind.

Von Ferne: Kirchenglocken.
Erinnern an Hochzeit und Sterben.
Ein seltsamer Hauch von Kindheit liegt in ihrem Ton.

Damals, als der Augenblick noch alles war.
Damals, als die Stille noch unendlich war.
Als es genügte, mit Sand zu kochen.
Als die Welt nicht oben und unten war, als die Welt voller Welten war.
In jedem Stein, in jeder Ecke, mit jedem Kleid eine neue Welt.

Und ein großer Nachtfalter war ein Erlebnis, das für Jahre genügte.
Denn er trug ein Geheimnis, es umgab ihn wie eine Wolke.
Eine Wolke von Nacht mitten in der Sonne.

Sein Versteck wurde zur Höhle, ein heiliger Ort jenseits der Menschen.

Eine Wolke von Zeit brach auf als er aufgeschreckt wurde.
Im tiefen Brummen seiner flatternden Flügel fühlte die Welt sich dunkel an.

Die Zeit gehörte uns Kindern und sie dehnte sich aus in alle Richtungen.
Sie hatte keinen Anfang und kein Ende.
Jedes Essen eine lästige Verpflichtung, eine Unterbrechung der Ewigkeit.
Erwachsene- eine seltsame Gattung immerwährender Betriebsamkeit und Beschäftigung.

Eine kleine Welt in der großen Unendlichkeit.

Und hinter der Nebelwand die bleichen Schatten der Menschen.
Immerzu mussten sie dasselbe tun und wussten nicht warum.

Dieser stille heiße Sommertag.
Es fühlt sich an, als ob er sich ständig wiederholen würde.

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