Wenn neu das Himmelslicht sich neiget
auf schlafend Land in kühler Ruh,
und leis die junge Knospe zeiget
dem Traum ihr erstes Auge zu,
dann geht ein heimlich süßes Beben
durch Erd und Herz im gleichen Takt;
Erwachen heißt das neue Leben,
das Nacht und Frost nun sacht entpackt.
Ein Bläuling steht im stillen Grunde,
als wär er Bote ferner Welt;
in ihm erklingt aus dunklem Schlunde
ein Lied, das unsre Sehnsucht hält.
Der Märzwind weht wie frommes Fragen
durch Zweige, noch von Winter kahl;
er trägt in uns verborgne Lagen
ins offne, zarte Morgenmahl.
O März, du Schwellenwanderer,
du leiser Ruf aus tiefer Nacht,
in deinem Licht wird jedes Innere
zu neuer Welt erwacht.