Chandrika Wolkenstein

Mit wem?

Wenn du einmal eine Frau hast,
sagt sein Vater
und reicht ihm die Kartoffeln.

Er ist siebzehn.

Unter dem Tisch
drückt er beide Füße auf den Boden.

Seit Wochen erzählt er
von einem Menschen
nur in Sätzen,
die ohne Fürwort auskommen.

War schön.
Waren am Fluss.
Komme später.

So viel Grammatik
für eine Hand,
die seine hielt.

Heute fragt die Mutter:
Mit wem bist du eigentlich
immer unterwegs?

Er legt die Gabel hin.
Sie liegt plötzlich
weit weg.

Mit einem Jungen, sagt er.
Und weil das noch
ein Versteck sein könnte:
Wir sind zusammen.

Der Vater senkt
die Schüssel.

In der Pause danach
hört er den Kühlschrank
und sein eigenes Schlucken.

Dann fragt die Mutter:
Möchtest du von ihm erzählen?
Er nickt.
Beginnt einen Satz.
Zum ersten Mal
darf der Junge darin
bleiben.

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