Vom frostgeplagten Häusermeer
tritt nun die Stadt ins Freie;
der März weht mild vom Fluss herüber –
„Update verfügbar“, schreie.
Die Sonne steigt in hellem Lauf
über Beton und Bäume;
vom Parkhausdach tropft Tau herab
wie Restbestände Träume.
Im Stadtpark sprießt ein erster Halm,
noch zart, doch unbeirrt;
ein Hund jagt frei im Sonnenschein,
sein Halter halb verwirrt.
Die Knospe platzt am alten Ast,
als hätte sie’s eilig;
ein Selfie wird davor gemacht –
#Frühling – ziemlich heilig.
Der Bach im Grünstreifen murmelt leis,
vom Tau befreit und munter;
zwei Jogger laufen Sinn und Kreis
mit Pulsuhr stetig drunter.
Die Cafés stellen Stühle raus,
man spricht von „Neustart, Wandel“;
der Cappuccino dampft im Licht –
Erneuerung im Handel.
Ein Kind entdeckt im Gras ein Ei –
kein Osterfest geplant;
es ruft so laut, so ganz dabei,
als wär’s nicht abgescannt.
Und plötzlich – zwischen Lärm und Trend –
steht alles kurz im Schweigen:
Ein Märzwind streicht durch Herz und Hemd
und lässt Gedanken steigen.
Vielleicht ist mehr als Bildschirmglanz,
mehr als der schnelle Tausch;
der Frühling braucht nicht großen Tanz –
nur einen offenen Rausch.
So geh hinaus, doch nicht nur so,
wie man es eben tut;
der März fragt leis im Stadtbüro:
„Wie steht es um dein Mut?“