Chandrika Wolkenstein

Pünktlich für die Stille

Er kommt
mit Blumen.

Wie immer
zu spät für alles,
was wichtig war,
und pünktlich
für die Stille.

Der Friedhof
liegt sauber da,
als hätte jemand
die Trauer gekämmt.

Er beugt sich
zum Stein,
legt den Strauß nieder
und sucht
in seinen Taschen.

Kein Satz.
Nur ein Taschentuch,
ein Bonbonpapier,
der Schlüssel
zu einer Wohnung,
die abends
zu groß wird.

Früher
hatte er Geschichten.

Heute
hat er nur noch
den Weg hierher
geschafft.

Das muss reichen.

In ihm welken die Worte
schneller
als die Blumen.

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