Laut Stifter
sind es bunte Steine,
der Geologe
sieht das ganz anders,
der Wanderer stolpert
über sie hinweg,
und die Spinnen
huschen fort in ihre Spalten.
Steine als Hindernisse,
Steine als gute Freunde,
bauen wir eine Mauer
aus den Feldsteinen,
manche glitzern bunt,
andere schweigen stumm,
ihr Alter ist sehr unbestimmt,
sie stammen gewiss
aus alten Tagen,
es kümmert sie nicht,
was wir Menschen treiben.
Ursprüngliche Zeugen
der frühen Schöpfung,
Auswurf
der glühenden Erde,
Fundament
unseres Lebens
und der Schlussstein
zu guter Letzt.
Marmor oder Granit,
Sandstein oder Basalt,
zahllose Genossen,
eine tiefe Welt für sich.
Ihre Sprache
ist unerfindlich
im Alltagslicht,
erst die Abendsonne
entlockt ihnen manche Worte,
wenn die Wärme entflieht.
Gleichmütige Wesen,
eingeschlossen ganz in sich,
was kümmert sie unser Leid,
was wissen sie von unserer Freud’?
Manche Steine
sind kichernde Gesellen,
warten auf unsere Füße
und rollen auf uns zu,
lassen uns stolpern
und lachen sich halb tot.
Andere schmiegen sich
in unsere Hand
glattgeschliffen
über Äonen hinweg,
Dann sind da noch
die knorrigen Gesellen,
Brocken ungestalt,
wir müssen sie umgehen.
Im Frühjahr dann,
wenn der Pflug die Scholle gräbt,
tauchen zahllose Burschen auf,
das Eis hat sie nach oben geholt,
sie wollen auch einmal
das Tageslicht hier sehen.
Hoch oben freilich
ruht alles stumm und fest,
und dies mit großem Respekt.
Findlinge im Norden
sind die Einzelgänger,
und stetig steigt auf das Gebirge,
verachte mir nicht
die Welt der großen Steine.