Allgemein

Parkdeck vier

Zwischen zwei Pfeilern rollt er den Schlafsack aus. Der Beton behält die Kälte auch im Sommer. Alle paar Minuten wandert Licht über sein Gesicht. Ein Wagen kommt. Ein Wagen fährt. Türen schlagen zu, Motoren tragen Menschen fort. Er zieht die Knie bis an die Brust und legt die Hände dazwischen. Gegen Morgen springt irgendwo eine […]

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Schluchten aus Metall und Mut

In Schluchten, wo sich Rauch und Morgen mischen, geht Pegasus auf Wegen, die im Dunkel zischen. Aus Staub und Atem sanft geformt sein Leib, ein leises Echo, das im Wind verbleibt. Sein Hufschlag hallt wie ein verlor’nes Zeichen durch Welten, die dem grauen Stahl nun weichen. Er sucht kein Reich, das oben hell erglänzt, nur

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Im Stand

Du stellst den Motor ab. Unter den weißen Lampen liegt die Raststätte wie ein offener Gerätekasten. Beim Aussteigen geben die Knie zu spät nach. In den Waden summen noch zweihundert Kilometer. Der Kaffee fällt in einen Pappbecher. Deine Hand hält ihn ruhig, doch an der Oberfläche zittert die Straße weiter. Du stehst zwischen Lastwagen, Mülleimern,

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Vieraugengespräch

Weil jeder seine eigene Meinung hat, findet ein Gespräch unter vier Augen statt. Man will die Schwierigkeiten überwinden und einen gemeinsamen Nenner finden. Jeder redet nun auf den anderen ein, will mit seiner Ansicht der Klügere sein. Hält hieran dann ohne wenn und aber fest, sich auch keinen Deut hiervon abbringen lässt. Erst wenn jemand

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Der Ruf aus dem Nebel

Leute, hört den Wind, in dem keine Freiheit mehr erklingt. Die Fahne weht im grauen Licht, doch fremd ist sie und wärmt uns nicht. Was sie Demokratie nur nennen, lässt fremde Macht uns klar erkennen. Die Gerechtigkeit im Dunkeln schweigt, die Wahrheit längst im Schatten bleibt. Wir treiben auf verlassenem Schiff, es nähert sich dem

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Die Wolke!

Wolken… Gerne leben war sein Ding. Gab auch Zeiten ohne Swing. Helle Wolken im Gemüt. So viel Schönes dort erblüht. All die Jahre ohne Blues. War bereit für jeden Gruß. Wolken doch färbten sich. Mit dem Alter Helles wich. Die Gedanken wurden rau. Sortierten ernst sehr genau. Spürte oft sein Unrecht sehr. Betete um Weisheit

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Zwei Stunden älter

Nach der letzten Vorstellung sitzt er vor dem Spiegel. Mit dem feuchten Tuch nimmt er zuerst den Mund ab, dann die Furchen, die zwei Stunden älter sind als er. Das Kostüm gleitet von den Schultern. Am Bügel steht es aufrechter als zuvor. In seiner Stimme – noch der letzte Satz – eine vergessene Nadel im

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Nur Mitleid reicht nicht

Menschen, die auf der Schattenseite stehen, wir meist geschockt und mitleidig ansehen. Doch Mitleid allein diesen Menschen nichts bringt, weder hilfreich ist, noch ihre Not bezwingt. Wir sollten uns daher human entscheiden und diese Menschen nicht nur bemitleiden, uns mit ihrer Armut und Not befassen, ihnen echte Hilfe zukommen lassen. Hilfe, die ihre Not tatsächlich

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Gegen die Wand reden

Man redet wild aufeinander ein, weil jeder etwas sagen will und meint, ein cleverer Mensch zu sein, deshalb ist selten jemand still. So entsteht ein wildes Wortgefecht, die Lautstärke gewaltig steigt und die Stimmung ist mehr schlecht als recht, mancher sein wahres Gesicht zeigt, Zwar hat man große Töne gespuckt, aber dennoch kein Gehör fand.

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Unerträgliche Hitze

Wieder mal der aktuelle Wetterbericht, von einer erheblichen Hitzewelle spricht. In den nächsten Tagen sie uns erreichen wird, unser Wohlbefinden dann enorm strapaziert. Sogar ein neuer Hitzerekord möglich ist, obwohl doch kaum ein Mensch diese Hitze vermisst. Ab 35 Grad im Schatten anstehen, aber man muss ja nicht in den Schatten gehen.

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Mit Mutausbruch

Man sollte bei der Erledigung schwieriger Aufgaben, stets Ängste und Selbstzweifel ein für alle Mal begraben, mit Optimismus agieren, außerdem geschickt taktieren. Und darüber hinaus sogar einen „Mutausbruch“ haben.

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Derselbe Tag

Die Tage hatten ihre Ränder verloren. Er säumte sie mit Brot, Tabletten, einem zugezogenen Vorhang. Dann riss der Faden auf den Badezimmerfliesen. Tagelang trug sie denselben Tag. Sein Ende erreichte sie nicht.

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Der verlorene Schmetterling

Ein Schmetterling aus Glas flattert durch den Nebel, ohne Maß. Er sucht ein Nest aus Licht und Ruh, doch jeder Zweig zerbricht im Nu. Ein Kompass ohne Norden verirrt sich in den stummen Worten. Er kreist um einen stillen Traum und blass wird er im weiten Raum. Ein Garten ohne Tor ragt aus der Trauer

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Der Stern hinter Glas

Du sahst die Sonne blutrot stehen, doch konntest nie ihr Leuchten sehen. Dein Leben – wie ein leeres Boot, treibt durch die Zeit, so still, so tot. Die Wirklichkeit – ein ferner Klang, ein Stern, der nie zu dir gelang. Du greifst nach Licht, doch bleibst allein, die Welt scheint dir aus kaltem Stein. Dein

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Palimpsest

Sie waren einander fremd, zwei Seiten aus verschiedenen Büchern. Andere Zeilen, andere Hände, anderes Schweigen zwischen den Sätzen. Doch unter der Schrift trat etwas hervor, blass, beinahe getilgt: dieselbe frühere Zeile. Keiner musste sie lesen. Beide wussten, was dort stand.

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Nach dem Sturm

Der Hass kam nicht an ihre Tür. Er wusste längst, wie man durch Wände geht. Er schlief in ihrem Telefon, kannte ihre Freunde, trug ihr Gesicht von Bildschirm zu Bildschirm. Tausende warfen etwas. Keiner musste sich bücken. Am nächsten Tag war ein anderes Opfer interessanter. Unter ihrer Haut blieb das Wetter unverändert.

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Nah genug

Wir tragen einander nicht auf den Schultern. Wir gehen nur nah genug, dass die Angst zwischen unseren Schritten keinen Platz findet. Wenn einer schweigt, wird der andere nicht lauter. Vielleicht ist Freundschaft genau das: dem anderen nicht die Last abzunehmen, aber ihre Schwerkraft für einen Augenblick aufzuheben.

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Glaubensfrage!

Glaubensfrage! Glaubensfrage nicht geklärt. Sich dem Thema oft verwehrt. Er hat Bibel kaum gelesen. Ist für ihn so nichts gewesen. Botschaft fand er übertrieben. Wirkte auf ihn nicht gediegen. Doch nach Bedenken fragte er. Wieso, Christus bist DU Herr? Bernd Tunn Tetje

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Die Hände der Lebenden

Eines Tages wird der Körper uns nicht mehr erkennen. Die Hände werden Dinge fallen lassen, die sie ein Leben lang festgehalten haben. Das Herz, dieser blinde Arbeiter, wird seine Schicht beenden, ohne Abschied, ohne Erklärung. Was bleibt dann von all dem inneren Lärm? Von der Angst, nicht genug gewesen zu sein? Von den Nächten, in

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