Trauergedichte

Dazwischen

Zwischen deinen letzten Worten und meinem Verstummen liegt ein Raum, so still, dass selbst die Uhr das Ticken vergisst. In diesen Raum stelle ich Stühle, ich decke den Tisch mit deinem Namen und warte, bis die Erinnerung als Gast erscheint.

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Der Kreisel

Auf der leeren Straße tanzt ein Kreisel. Er dreht sich selbstvergessen, als sei die Welt ein runder Augenblick. Noch hält ihn das Kreisen. Noch trägt ihn die Bewegung. Er ahnt nicht: Die Kinder sind schon weiter. Sie haben keine Zeit mehr für ihn. Hände haben anderes zu tun. Man findet ihn später. Die Straße war

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Geliebt oder Objekt

Meine Gedanken denken du hast noch eine Geliebte. Oder ist es doch nur mein Selbstzweifel, der mich das glauben lässt? Bin ich gut genug für dich? Kann ich dich erfüllen? Kann ich dir dabei helfen deine Ziele zu erreichen? Oder bin ich doch nur eine Person, die du nur kurzfristig brauchst? Ich will dich halten,

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Apokalypse

Kurz bevor der Vulkan in sich selbst kollabiert, explodiert er noch einmal kräftig und verursacht schreckliche Folgen. Die US Regierung folgt diesem Beispiel und tanz wie ein Bär auf dem Rand des Abgrunds. Schnell noch ein Land erobert, kurzerhand alles in Frage gestellt, alle Freunde düpiert, den Befehl des Gegners ausgeführt. Die landesweite Hypnose zeigt

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Für Vater

Hätt‘ dir so gern was Schönes noch gesagt vor deiner großen, langen Reise. Hätt‘ dich so manches gern gefragt, bevor du leise, so ganz leise den Abschied gabst. Dann warst du fort vielleicht an einem besseren Ort, wo alles einfach leichter ist, wo du ein Seelenvogel bist. Von Zeit zu Zeit ziehst du ganz leise

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Bleib doch

Wie Lippen, die sich fast berühren, wie ein charmantes Lächeln im Vorübergehen, wie ein süßer Duft, den wir im Abgang spüren, wie ein zu kurzes, scheues Wiedersehen ist das gnadenlose Davongleiten der Zeit. Dies einfach hinzunehmen war ich nie bereit. Sekunden blühen auf und fallen zusammen. Was schön war, tat so weh im Gehen. Ich

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Staub der Jahre

Wintertage tragen Staub in ihren Taschen, von Wegen, die man ging und nicht mehr geht. Erinnerungen an dich sacht verblassen wie dein Name, der ganz leis‘ im Schnee verweht. Du warst das Maß, das alles andere überragte. Du warst Verderben mir im Übermaß. Du warst Beweis dafür, dass ich Vertrauen wagte. Du warst der Grund

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Angst

Die Fundamente unseres Hauses wackeln bedrohlich, Verrat ist ja so probat. Wer heute noch zu protestieren wagt, muss damit rechnen, auf der Straße erschossen zu werden. Wie Pilatus einst so schön sagte, man wäscht sich die Hände im Wasser der Unschuld und lässt die Diener gewähren. Die höchsten Richter sagen Ja und Amen, womit ein

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Nie genug

Nie genug Wärme, nie genug Licht, nie genug Weite, gereicht hat es nicht. Deine Seele bleibt hungrig nach Zuversicht. Nichts sättigt die Sehnsucht. Nichts heilt durch Verzicht. Du fühlst dich eingepfercht in dir, starrst schmachtend auf die Ausgangstür. Warst immer schon zur Flucht entschlossen. Doch diese Tür war nie verschlossen.

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Sterne der Stärke

In Nächten, wo der Mond meine Träume in Schatten malt, erkenne ich mein Alter, wie es auf meine Seele strahlt. Die Furcht vor Schwäche schleicht durch den Traum, die Unabhängigkeit bleibt ein stummer Raum. Das Flüstern meiner Gebete steigt zum Universums Licht, wo Engel sich in stillen Kreisen an mich schmiegen. Ihr Glanz, mein Trost,

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Machtgehabe

Pechschwarz befleckte Hände im Gesudel der Politik. Die Fratze der Macht scheint hervor hinter der Maske. Es war einmal, eine Verfassung, wie im Märchen, und wir glaubten daran. Wie fromme Schafe gingen wir zur Wahlurne und fühlten uns zufrieden. Der Dämon ist wieder auferstanden im Namen der Freiheit, mit der Peitsche in der Hand. Das

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Leben

Liebe Dich Jeden von Dir Manche hier Manche klein Bist bei mir Und werde gehasst Du bist aber schön Und sie sind blind Nicht nur hier Auch bei Dir Aber meine Meine sind liebe

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Vater

Vater Vater unser Bist da gewesen Für gut und schlecht Brauchten dich Lieben dich Am Abgrund gelebt Ob es ging oder nicht Hat keiner gesehen Aber es war einfach zu viel Dein Weg ist nicht meiner Mein Weg endet hier Ich im dunkel Du im Licht

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Nie wieder

Gedanken Nur Gedanken Sie sind immer da Denken an Dich Erobern mich Quählen mich Gedanken können schön sein Wenn ich dein Bild habe Lassen nicht mehr los Nehmen mich ein Aber ich weiss Es darf nicht sein Warum

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Jenseits der Antwort

Es gibt nachdenkliche Tage, da stell’ ich mir die Frage: Gibt es ein Leben nach dem Tod oder endet alles in der Not? Die Antwort kennt kein Menschenmund, nicht hier, nicht irgendwo im Rund. Kein Glaube kann sie klar erklären, kein Wissen uns das Schweigen lehren.

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