Max Vödisch

Wechselhaftes Leben

Jahr für Jahr verrinnt die Zeit,
das einstige Ziel wirkt nun so weit.
Gesichter ändern, Träume flieh’n,
das Ich beginnt sich neu zu zieh’n.

Was jung gehofft, blieb unerreicht,
mancher Wunsch hat sich davon geschleicht.
Der Tag trägt immer neues Licht,
doch nie das gleiche Angesicht.

Das Leben bleibt ein Wechselspiel,
nicht immer hat man Kraft und Gefühl.
Wir steigen, fallen, treiben fort,
kein Herz verweilt an einem Ort.

Was sicher schien, entgleitet sacht,
der Weg verbirgt sich in der Nacht.
Und doch ist’s gut, dass niemand weiß,
wohin uns führt der Lebenskreis.

Denn grade dort, im Ungewissen,
lernt man, das Werden still zu wissen.
Ein leiser Strom, der weiterzieht –
auch wenn man kaum die Richtung sieht.

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