Max Vödisch

Wenn der Kompass schweigt

Es tanzt der Schatten auf dem Riff,
ein kalter Hauch am Mastkorb weht.
Es wankt das dunkle Geisterschiff,
das am eignen Stolz vergeht.

Der Kompass dreht im leeren Kreis,
kein Sternbild weist den sichern Pfad.
Wir zahlen blind den hohen Preis
für jedes Wort und jede Tat.

Die Segel splittern, gefrorenes Glas,
der Wind singt Lieder voller Not.
Im Becher gärt das süße Nass,
und Gold wird aschfahl wie der Tod.

Am Ende bleibt nur Gischt und Schaum,
ein Echo, das im Salz erfriert.
Zerfressen ist der kühne Raum,
den unser Hochmut blind verliert.

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