Die zweite Nacht tritt tiefer ein,
kein Anfang mehr, kein bloßer Schein.
Was gestern noch die Schwelle war,
fragt heute ernst: Was wurde wahr?
Der Lärm des Festes ist verraucht,
was bleibt, ist das, was niemand braucht,
der sich mit Worten leicht begnügt
und sich vor stillen Fragen flieht.
Ein Licht brennt klein, doch ohne Hast,
kein Glanz, der sich beweisen muss.
Es reicht, dass es den Schatten kennt
und nicht vor seiner Tiefe rennt.
Der Tag trägt einen leisen Namen,
nicht Schwert, nicht Opfer, nicht die Flammen.
Ein Zeuge ohne Blut und Stein,
der blieb, um nah am Wort zu sein.
So prüft die Nacht nicht Tat und Lohn,
sie fragt nach Nähe, Blick und Ton.
Was wurde gesagt, doch nie gemeint?
Wo hast du Wahrheit nur geliehen?
Der Rauch zieht langsam durch den Raum,
nimmt Masken mit, lässt Kern und Traum.
Nicht alles, was du dachtest, zählt –
nur das, was ohne Lärm dich hält.
Kein Urteil fällt, kein Spruch wird laut,
die Nacht ist klug, nicht streng, nicht traut.
Sie trennt nicht hart, sie klärt behutsam,
was bleibt, wenn Worte überflüssig waren.
So lehrt die zweite Rauhnacht schlicht:
Nicht Stärke trägt, sondern Gewicht.
Wer heute sieht und nicht erklärt,
hat mehr verstanden, als er lehrt.