Am Eutiner See, im Maienlicht,
ruht Klang noch tief im Schweigen dicht;
doch überm Grün, im stillen Raum,
liegt schon Musik wie ferner Traum.
Das Wasser hält den Himmel fest,
als trüg es Ton in leisem Rest;
die Wolken ziehn in sanfter Spur,
wie Noten über Blatt und Flur.
Im Schattenzweig, vom Wind bewegt,
wird leis ein erster Takt erregt;
als übte still die Welt für sich,
was bald erklingt, doch feierlich.
Die Bühne ruht am Ufersaum,
ein Rund, gebaut aus Holz und Raum;
noch schweigt der Chor, noch fehlt der Klang,
doch alles trägt den kommenden Drang.
Und wenn der Abend leise sinkt,
der erste Ton im Wasser klingt,
dann hebt der See, so klar und weit,
die Kunst in reine Gegenwart.
So wird Natur zur stillen Pflicht,
die jedes Spiel ins Leben spricht;
am Eutiner See, im Maienglanz,
beginnt die Welt im neuen Tanz.