Timo ERTEL

Am stillen Weiher

Der Abend liegt auf Feld und Rain,
die Birken stehen bleich und stille;
vom fernen Haus fällt matter Schein
hinüber auf des Weihers Fülle.

Kein Vogelruf, kein Schritt erklingt,
nur Schilf bewegt sich an den Rändern;
ein kühler Hauch vom Wasser dringt
durch Gras und dunkle Uferländer.

Der schmale Pfad, vom Tau benetzt,
führt heimwärts zwischen stillen Weiden;
wer ihn betritt, erinnert jetzt,
was Jahre nahmen, ohne zu scheiden.

Das alte Haus schaut unverwandt
hinaus in seine stillen Gründe;
als hielte es mit treuer Hand
noch längst vergangne Lebensstunde.

Bald sinkt die Nacht auf Flur und See,
die Birken schwinden aus den Blicken;
doch tief im Herzen bleibt ein Weh,
das selbst die Jahre nicht ersticken.

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