Der Weiher ruht. Kein Hauch bewegt
das dunkle Bild im Wasserspiegel;
nur eine Birke neigt sich leis,
als trüge sie ein altes Siegel.
Das Schilf bewahrt den stillen Grund,
den keines Menschen Blick erreicht.
Was unter grünen Wassern schläft,
hat längst der Zeit sein Recht enteilt.
Ein schmaler Pfad am Ufer hin,
vom Moos und Sommergras umfangen,
erzählt von Schritten, die einst waren,
doch namenlos im Wind verklangen.
Das alte Haus am fernen Rain
steht schweigend zwischen Baum und Licht;
es hütet mehr als Stein und Holz –
es trägt, was jedes Wort zerbricht.
So lehnt sich Abend an den Tag,
und Schatten sammeln sich im Rohr.
Die Welt wird klein, das Schweigen groß,
und hebt das Herz ins Unsichtbare empor.
Wer lange vor dem Wasser steht,
vernimmt zuletzt den tiefen Sinn:
Nicht jeder Spiegel zeigt ein Bild –
mancher führt nur nach innen hin.