Wenn der Sommer gehet leis,
und die Feldfrucht wird zur Speis,
wenn die Ähre, gold und schwer,
nicht mehr rauscht wie jüngst vorher,
wenn der Apfel Röte trägt,
und der Wind die Zweige regt,
wenn am Morgen kühler Tau
silbern liegt auf Feld und Au,
dann beginnt, fast unbemerkt,
was den Herbst im Sommer stärkt:
Nicht der Abschied macht ihn groß,
sondern was aus Reife spross.
Denn die Frucht, die niederfällt,
ist kein Ende dieser Welt;
was der Sommer reifen ließ,
wird im Herbst erst Brot und Speis.
© Timo Ertel, 2026