Timo ERTEL

Der Weg am Weiher

Die Birken stehn im Abendglanz,
der Weiher träumt im Grunde;
ein ferner Vogel zieht zum Wald,
als rief ihn eine Stunde.

Der schmale Weg geht durch das Grün,
verliert sich hinterm Raine;
dort steht ein Haus im stillen Licht,
so heimlich und alleine.

Aus seinen Fenstern fällt ein Schein
auf Gras und dunkle Weiden;
als wohnten dort, dem Tag entrückt,
Vergessen und Bescheiden.

Der Wandrer hält am Ufer still,
sein Herz beginnt zu lauschen;
ihm ist, als hörte er im Schilf
die alten Wälder rauschen.

Da zieht die Nacht vom Hügel her,
der erste Stern wird helle;
und was der Mensch im Weiten sucht,
liegt schweigend an der Schwelle.

Denn Heimat ist nicht nur ein Ort,
den Mauern uns bewahren;
sie ist der Ruf, der mit uns geht
durch alle fremden Jahre.

Wie gefällt dir das Gedicht?

Klicke auf die Sterne um es zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 2

Gib die erste Bewertung für dieses Gedicht ab.

Ein Gedicht in Schönschrift publizieren? Nutze den Handlettering-Generator und verwandle dein Gedicht in ein visuell ansprechendes Kunstwerk.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert