Sybille Wolf

Die Scham

Früher hab ich dich gehasst
Pausenlos und ohne Rast
mehr als fremd warst du für mich
warum ließt du mich im Stich?

Jahre sind ins Land gezogen
für dich hab ich mich verbogen
wollt‘ ich dir doch bloß gefallen
Hilferufe die laut schallen

Niemals hast du mich gehört
obwohl ich dich so oft gestört
wollt’ doch bloß in deinen Arm
doch selbst dort war es nie warm

Neben mir und dennoch fern
wollt’ ich dich haben immer gern
alles hast du d’rum getan
dass ich dich nicht mehr leiden kann

War fort die Liebe nur für dich
hab niemand ander‘n außer mich
bin ganz allein auf dieser Welt
war immer schon auf mich gestellt

Ist es doch nicht deine Schuld
weiß ich es nun nach viel Geduld
hat er in dir kaputt gemacht
dass du nie mehr hast laut gelacht

Wie groß sie muss wohl sein die Scham
zu schweigen besser ist als Gram
für immer bist du dort gefangen
im Keller wo du dich erhangen

Wo ist es nur, das Sonnenlicht?
die Gitter versperr’n dir die Sicht
Wie kann ich dich daraus befreien?
Niemals würd ich das je bereuen

Unsichtbar doch offensichtlich
zwischen uns, nur das ist wichtig
will doch nur in deinen Arm
steht sie immer noch: die Scham.

Wie gefällt dir das Gedicht?

Klicke auf die Sterne um es zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 2.7 / 5. Anzahl Bewertungen: 7

Gib die erste Bewertung für dieses Gedicht ab.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert