Durch rundes Loch, von Stein umfasst,
blick ich hinab in lichte Rast;
der See liegt still im Maienlicht,
als trüg er Zeit und Alter nicht.
Der Rahmen hält, was draußen flieht,
und bündelt, was das Auge sieht;
so wird die Welt, vom Rand gefasst,
zu einem Bild in kurzer Rast.
Am Steg verweilt ein leiser Sinn,
der Wind trägt kühle Wasser hin;
zwei Menschen ruhn im milden Schein,
als dürfte alles einfach sein.
Die Ferne rückt in nahen Kreis,
verliert ihr Maß, verliert ihr Eis;
was weit erschien, wird still und klar,
als sei es immer greifbar war.
So lehrt mich dieses kleine Rund:
Nicht Weite schafft des Blickes Grund;
wer eng begrenzt das Dasein sieht,
erkennt, was sonst im Fernen flieht.
Und zieht mich Wetter fort und her,
so kehr ich doch zum Ufer mehr;
denn durch den Stein, so schlicht und klein,
tritt Welt in meinen Blick hinein.