Fissauer Tage – still und weit,
vom Maibaum bis zum See getragen;
es webt darin die alte Zeit
in neuen, leisen Frühlingstagen.
Auf Kirchwies’ Grund, im Abendlicht,
steht aufgerichtet, fest und schlicht,
der Baum, von vielen Händen gehoben –
als wär er aus der Zeit gewoben.
Ein Band aus Grün, ein Kranz, ein Zeichen,
das Dorf und Wege eng umspannt;
hier muss kein lautes Wort mehr reichen –
die Ordnung wächst aus Herz und Hand.
Am Kellersee, in mildem Glanz,
ruht still der Tag im Wasser nieder;
und Wellen tragen, ganz und ganz,
der alten Welt vertraute Lieder.
Es ist, als spräch’ aus Blatt und Wind
ein leiser, tiefbewahrter Segen,
der uns, die wir nur Gäste sind,
in dieses Werden still will legen.
So bleibt, was wächst in solcher Zeit,
nicht flüchtig nur im äußern Schein:
Gemeinschaft wird zur Ewigkeit,
wo Menschen still verbunden sein.
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