TIMO ERTEL

Holsteinische Schweiz in Zeiten und Wandel

Seit alten Zeiten trägt dies Land
der Menschen Spur in stillen Zeichen;
wo Hügel ruhn am Wasserrand,
kann frühes Leben nicht entweichen.
Wo Eis einst Grund und Täler schuf,
im Rückzug ferner Gletscherzeiten,
erhob sich Land nach stummem Ruf,
um Seen und Höhen auszubreiten.
Die Wenden wirkten früh und sacht,
sie gründeten an stillen Wegen;
was Plön und Eutin groß gemacht,
entstand aus alten Siedlungssegen.
Dann kam des Frankenreiches Macht
mit Recht und christlich festen Bahnen;
aus loser Siedlung wurde sacht
ein Ordnungsraum mit neuen Fahnen.
Im Mittelalter wuchs die Stadt
aus Markt und Handel, Hof und Leben;
der Adel gab dem Land sein Blatt
und hat ihm feste Form gegeben.
Die Güter standen weit im Feld,
mit Hof und Haus, mit Pflicht und Habe;
sie prägten lange diese Welt
durch Arbeit, Ordnung, Maß und Gabe.
In Eutin, Plön, im hellen Raum
erhoben Höfe ihre Zeiten;
aus Bildung, Klang und altem Traum
begann der Geist sich auszubreiten.
So klang von Eutin weit und schön
der Name „Weimar hoch im Norden“;
wo Kunst und Wort zusammenstehn,
ist Landschaft mehr als Raum geworden.
Noch lag das Land in Dänenhand,
als Lehen erst, dann fest gebunden;
bis Preußen Recht und Maß verband
und neue Ordnung ward gefunden.
Die Kriege brachten Bruch und Not,
die alten Güter mussten weichen;
doch aus dem schweren Zeitenrot
entstanden wieder neue Zeichen.
Nach Sturm und Schnitt trat klar hervor
der Weg zu Gast und stillen Reisen;
Natur und See öffneten ihr Tor,
um neue Lebensform zu weisen.
Was einst aus Acker, Hof und Stand
das Werk der alten Wirtschaft trug,
wird heute neu in See und Land
als Ruhe, Maß und Sinn genug.
So bleibt die Holsteinische Schweiz
nicht bloß ein Bild aus Grün und Seen;
sie trägt aus Herkunft ihren Reiz
und lässt Geschichte weitergehen.
Denn Land und Mensch bestehn im Licht,
wenn Wandel Maß und Ordnung findet;
was tief verwurzelt, bricht nicht schlicht,
weil Herkunft Zukunft an sich bindet.

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