Karin Diekmann

Hornissenköniginbesuch

Hornissenköniginbesuch.
Sie will hier wohnen,
Platz wär‘ ja genug.
geteiltes Leid zudem
ergänzt durch Doppelwonnen.

Sie scheint verzweifelt,
summt und brummt.
Sie schreitet ab das
Fenster.
Ich öffne es und red‘
ihr zu. Seh‘ sie und
seh‘ Gespenster.
Seh‘ mich, wie mich
die andern seh’n.
Die lebenslangen
Fehler.
Seh‘, wie ich gegen
Scheiben stoß‘,
und immer gleich mich
quäle.
Dabei genügt ein
kurzer Blick.
Ein kleines Stück des
Wankens.
Um frei zu sein und
Glück zu spür’n.

So sag ich’s in Gedanken
der Königin, die
schwächer wird.
Doch die summt wütend
weiter.

Nun greif ich ein
und schwenk‘ ein Buch.
Helf ihr zu leben weiter.
Sehr dankbar klettert sie
darauf.
Auf’s Kindheitsfotoalbum.
Sie fliegt davon.
Ich bleib zurück.(Ich spüre Glück)
Und würd‘ das glatt
noch einmal tun.

Daniela Greschke (1969-2017)

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