Corinna Thiers

Komm mit nach oben

Komm mit nach oben

Halb schlafend, halb wachend kann ich Dich sehen,
So Schweres liegt hinter und vor mir noch,
ich bat Dich mit mir zusammen zu gehen,
Du – halb gebeugt – denn so schwer ist Dein Joch.
Du trägst etwas den Berg hinauf,
Und sagst zu mir leise: „Mein Kind, los! Lauf!“

Halb schlafend, halb wachend lauf ich hinter Dir,
demütig staunend – würdig trägst Du die Last,
Im Kopfe pulsiert es nun lauter in mir,
„Trage Du auch das Kreuze, das von nun Du hast!“
Vor mir trägt Jesus sein Kreuze hinauf,
Sanft sagt Er zu mir: „Mein Kind, komm und lauf!“

Ich erwachte und betete, dass ich es versteh,
warum ich uns auf diesem Hügel dort seh.
Wo ist denn zuletzt uns’rer Reise Ziel?
Denn für längere Wege bin ich zu labil.
Halb schlafend, halb wachend geh ich durch die Tage,
Und immerzu klopfet in mir diese Frage.

Benebelt von Fragen schenkst Du mir den Beter,
Und in mir erscheint nun erneut dieses Bild:
Wie Du und ich laufen dort – Meter für Meter,
Du als mein Vorbild, mein Freund und mein Schild.
Wir tragen und sind irgendwie nun verwoben,
Da sagst Du zu mir: „Komm mit mir ganz nach oben!“

Nun zeigst Du an jene Berges Spitze,
Ich verstehe nun, das ist des Weges Ziel,
Schade nur, dass ich die Kraft nicht besitze,
Mir allein sind Weg und Last viel zu viel!
Da greifst Du auf einmal ganz fest meine Hand!
Jetzt spüre ich, dass wir untrennbar verwoben,
Oh, wie genieß ich das mächtige Band,
Und durch Dich schaff ichs für Dich ganz nach oben!

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