Elias Panholzer

Lenzeseinbruch

Der Zenitstand der Sonne überquert beim Frühjahrs-Äquinoktium, dem offiziellen, bürgerlich-kalendarischen und astronomischen Frühlingsanfang, den Äquator, der auf 0° geografischen Breite liegt, von der Süd- auf die Nordhalbkugel.
Ab dem Frühlingsbeginn um den 20. März bis zum Sommer-Solstitium im Juni erhält jeder Tag täglich um zirka dreieinhalb Minuten Tageslicht.
Der phänologische Frühling, welchen der Entwicklungsstand bestimmter Zeigerpflanzen definiert, wandert in Europa 40 Kilometer pro Tag nordwärts und ist regional unterschiedlich.
Die länger werdenden Tage und der steigende Einfallswinkel der Sonnenstrahlen auf der Nordhalbkugel aufgrund der 23,5° geneigten Erdachse verursachen die erste Jahreszeit auf der nördlichen Hemisphäre der Erdkugel.

Der erdige Geruch von angefaultem Laubwerk und nassem Moos gepaart mit den Duft sich öffnender Blüten wird von der sich erneuernden Natur ausgeatmet.
Der Lenz lässt die Wasserfälle in den Alpen durch die Schneeschmelze anschwellen und kehrt in Städten oft etwas früher als am Land ein.
In Schwärmen rückkehrende Zugvögel, zu Laichgewässern wandernde Amphibien, aus dem Winterschlaf erwachende Igel, erste flatternde Schmetterlinge und summende Bienen und lauter werdender Gesang balzender Vögel lassen den Frühling herein.
Der Erstfrühling tritt bei Blütenöffnung des Forsythien- oder Blattentfaltung des Stachelbeerenstrauches ein und zu blühen beginnende Obstbäume wie Kirsche, Pflaume und Birne sieht man gegenwärtig auf dem Wiesenbeet.

Das Wort „Frühling” mit zwei hellen Vokalen stammt vom mittelhochdeutschen „vrüelinc” und benennt die frühe Jahreszeit.
Im letzten Sonntag im März werden um 2 Uhr morgens die Uhren um eine Stunde von Winter- auf Sommerzeit vorgestellt.
Der Bauer weiß:„Wie das Wetter um den Frühlingsanfang, so hält es sich meist den Sommer lang” und sät nach Trocknung der Feuchtigkeit des Winters die Sommergetreidesamen auf das Ackerfeld.
Der Frühlingsbeginn bestimmt die religiösen und kulturellen Feste: Pessach, Nouruz, Holi und Ostern und der Hobbygärtner legt für die diesjährige Gartenentwicklung die Grundlagenarbeit.

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