Der März erscheint im Wetterdienst.
Tauwetter. Leichter Wind.
Die Stadt taut auf.
Der Asphalt glänzt.
Knospen?
Ja – zwischen Parkplatzlinie und Glasfassade.
Vogelgesang?
Überlagert vom Frühverkehr.
Der Frühling ist terminiert,
steht im Kalender,
neben Steuerfrist und Quartalsbericht.
Licht fällt auf Bildschirme.
Saat wächst im Prospekt.
Wandel heißt Update.
Ein Märzwind weht durch Baustellenzäune
und trägt Staub,
keine Sehnsucht.
Und doch –
an einer Ampel,
im Sekundenrot,
steht plötzlich Stille.
Eine Amsel singt.
Unbeauftragt.
Der März
hat keinen Mythos mehr –
aber er geschieht.