Mai in Eutin, da zieht es mich hin,
wo Wasser den Himmel trägt im stillen Gewinn;
wo Wege sich biegen im blühenden Saum
und Zeit sich verliert wie ein wandernder Traum.
Die Ufer aus Holz, vom Schritt sanft berührt,
als hätten sie längst jedes Kommen gespürt;
das Blau in der Weite, das Grün ringsumher –
kein Wort ist hier nötig, das Schweigen wiegt mehr.
Im Garten der Farben, im leichten Geäst,
wo Blüten sich neigen, vom Frühling gepresst,
verliert sich der Blick in geduldigem Sein
und kehrt, kaum verändert, doch wissender heim.
Durch steinernen Bogen, gerundet und klar,
erscheint mir die Welt, wie sie immer schon war:
begrenzt durch den Rahmen, doch offen im Licht –
wer hindurchblickt, vergisst seine eigene Sicht.
So trägt mich der Mai ohne Forderung fort,
kein Ziel, nur ein Weg, kein Versprechen, kein Wort;
und was mich dort bindet, ist schlicht und doch viel:
die Ruhe im Werden – das einfache Ziel.