Timo ERTEL

Sommerlicht am Weiher

Ein lichter Hauch liegt auf dem Teich,
die Birken glänzen, still und bleich,
und überm Gras, vom Tau noch schwer,
zieht goldner Schein zum Ufer her.

Das Haus im Grün, vom Licht umflossen,
hält seine Fenster halb geschlossen;
doch auf dem Dach, am weißen Stein,
kehrt still der ganze Himmel ein.

Ein Mensch geht langsam durch den Tag,
als ob die Stunde träumen mag;
kein Laut bedrängt den schmalen Pfad,
den still der Sommer offen hat.

Im Wasser ruht der Wolken Zug,
die Welt scheint heute sich genug;
kein Wunsch verlangt nach ferner Zeit,
denn alles atmet Gegenwart.

Und was das Herz so lange sucht,
steht lichtend zwischen Baum und Bucht:
Nicht fern liegt, was uns Frieden gibt –
es wird im stillen Schauen geliebt.

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