Wintergedichte

Bildhauer unbekannt

Mein Bild im Spiegel Wandert. Kippt. Verblasst. Neue Falten. Alte Fragen. Eine Stirn, die leise lacht. Doch tief in mir hängen andere Rahmen. Eingebrannt wie frische Narben. Ohne Datum. Ohne Namen. Bildhauer unbekannt. Hat mich in Liebe und Schmerz gehauen. Ein Lächeln plötzlich, das mich hält. Eine Umarmung, die nicht infrage stellt. Und für einen […]

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Mein schönes Leben oder Weihnachten: backen wir wieder Plätzchen.

Eine Stunde in der Gesprächstherapie: Patient: Ich schäme mich nicht für meine Einsamkeit – nicht mehr. Therapeut: Neue Zeiten sind angebrochen – wir können nun frei über ihr Problem sprechen, aber nur, wenn sie wollen!? Patient: Habe gerade nichts Besseres vor, was wollen sie hören!? Therapeut: Sie sprachen in der letzten Stunde über Einsamkeit. Wie

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Vertrauen

Meinem Bäuchlein kann ich trauen, bin gesund noch anzuschauen. Ich folge keinem Schönheitswahn, drum ess ich, was ich essen kann. Und ein Schnaps hilft beim Verdauen! Meinem Bierchen kann ich trauen, ganz tief in das Gläschen schauen. So fließt es in die Kehle ein, schmeckt besser als vom Vater Rhein. Teil es auch mit manchen

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Der Winternebel.

Der Winternebel zieht durchs Land, legt Schweigen auf die kahlen Weiden; die Hügel schwinden, Wald und Rand verlieren Namen und Gestalten. Im fahlen Morgen ruht das Feld, vom Reif mit feinem Glas überzogen; als hätte sich die müde Welt für einen Atemzug entzogen. Die Rotbuche steht grau und still, kein Blatt antwortet mehr dem Winde;

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Deutscher Wald im Licht

O Täler weit, o Höhenrand, du Wald im frühen Morgenlichte, dein Atem zieht durch Baum und Land und schreibt sich ein in die Geschichte. Durch Buchenlaub und Eichenkronen geht Wind wie eine alte Sage; in deinen tiefen, grünen Zonen verhallt des Tages laute Klage. Wo Wurzeln unter Steinen tasten und Quellwasser die Moose nährt, lernt

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Jahresringe

Im Winter sickerten meine verträumten Minuten in die Sanduhr Im Frühjahr schlugen mir verlorene Stunden vom Kirchturm her Im Sommer verbrannten mir traumlose Tage unter der Sonnenuhr Im Herbst pendelten die verbrauchten Jahre in der Standuhr hin und her Noch vor dem nächsten Winter drehe ich Jahreskreise weiter mit der Taschenuhr Die knorrigen Eichen stemmen

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Winter

Der Frost berührt die Haut so sacht, Die Lippen bleichen blau bei Nacht. Die Schritte weichen, alles ruht, Vergeht die Welt, so wie sie tut. Wenn alles schläft, der Winter schreibt, Und alles friert von Zweig zu Zweig. Ganz tief im Innern scheint ein Licht, Das warme Herz, das nie zerbricht. © Marcel Strömer [Magdeburg,

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Fastnacht im Winter

Noch steht der Winter über dem Land, klar und unbewegt im bleichen Licht. Die Felder tragen ihr schweigendes Maß, die Bäume ragen, ernst und nackt, als hielten sie Zwiesprache mit dem Himmel. Doch plötzlich – im Herzen der kalten Ordnung – regt sich ein Klang. Nicht laut zuerst. Ein fernes Pochen nur, wie Erinnerung an

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Der Winter überlegt!

Der Winter, der Winter, hat plötzlich beschlossen: „Es wird jetzt gefroren – der Sommer ist flossen.“ Er rüttelt am Fenster, er schüttelt die Tür, als sagte er streng: „Ein bisschen Manier!“ Er malt an die Scheiben Kristalle mit Schwung und denkt dabei heimlich: „Wie herrlich – wie jung!“ Er friert uns die Nasen, er knackt

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Der Winter kommt

Der Winter, der Winter, zieht leise ins Land, mit silbernem Schleier und frostiger Hand. Er rüttelt am Tore der nächtlichen Welt, dass träumend der Himmel sein Sternenzelt hält. Er streift durch die Wälder, durch Hügel und Tal, lässt schweigend erstarren das rauschende Mahl. Er haucht an die Fenster sein flüchtiges Bild, bis innen das Kerzenlicht

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