Wintergedichte

In den Wipfeln

Wer an den Wipfeln, in den Gipfeln, sich vergnügt mit Schnee und Zipfeln, wer dem Wind beim Tanze lauscht, wie er durch die Tannen rauscht, der versteht des Winters Sinn: Nicht Stillstand liegt in ihm, Gewinn. Denn wo das Eis die Formen hält, wird Ordnung in die Welt gestellt. Die Zapfen schwingen silbern sacht, vom […]

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Winterliebhaber

Wer mag den Winter nicht, der ist um einen Zauber ärmer. Wenn an den Wipfeln leis und licht die silbernen Tannenzapfen wippen, weiß jede Seele, was ihr fehlt. Die Wälder tragen stillen Glanz, kein Blatt, das klagt, kein Ast, der drängt. Im Frost gewinnt die Welt ihr Maß, und alles Überlaute schweigt. Der Schnee legt

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Wintermaß

Der Winter steht. Nicht drohend, nicht verzehrend, sondern sammelnd wie ein Hüter des Wesentlichen. Die Erde hält ihr Wort zurück, die Felder schweigen im klaren Gesetz, und über den ruhenden Linien der Hügel spannt sich das Licht in strenger Milde. Kein Blatt irrt mehr. Kein Wasser eilt. Alles hat sein Maß gefunden im Atem der

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Der Winter denkt nach

Die Kälte denkt: So geht das nicht. Zu viel Gefühl. Zu wenig Licht. Sie ordnet schnell, sie räumt ein wenig, macht die Welt übersichtlich und fröhlich-wenig. Was gestern laut „Ich!“ gerufen hat, liegt heute brav im weißen Spat. Der Frost sagt: „Still jetzt. Erstmal ruh’n. Das Leben hat noch Zeit zu tun.“ Und siehe da:

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Im Licht der Kälte

Die Kälte formt die Welt erneut, nicht feindlich, nein – in stiller Treue. Sie sammelt, was im Sommer streute, und führt es heim ins klare Maß. Die Erde hält den Atem an, als lausche sie dem tiefen Sinn. Im Frost wird jedes Ding sich seiner Grenze, seiner Würde inne. Nicht Tod ist dies, nicht starres

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Im Maß der Kälte

Die Kälte formt die Welten neu, was früher alt, wird heute treu dem stillen Wandel übergeben, der ordnet, prüft und neu lässt leben. Was hart erscheint, ist nur bewahrt, im Frost wird Wesentliches klar. Die Formen schärfen sich im Stillen, wo Kräfte ruh’n statt laut zu drängen. Der Winter trennt, was tragen kann, vom Übermaß,

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Stillgelegte Verheißung

Geschlossen! Kein Licht brennt mehr, weil nichts mehr kommt. Regale bewahren das Ausbleiben. Preisschilder sprechen von gestern in einer Sprache ohne Bedarf. Die Kühltruhen atmen nicht mehr: Ende der Versorgung als Versprechen. Die Zukunft wurde aus dem Sortiment genommen. Wir sind nicht mehr gelistet.

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An diesem geschmacklosen Tag

An diesem geschmacklosen Tag bleibt alles im Ansatz. Der blasse Morgen verspricht nichts. Der Kaffee hinterlässt nichts auf der Zunge. Das Marmeladenbrot schmeckt muffig. Gespräche rutschen durch. Kein Satz bleibt hängen. Selbst das Schweigen hat heute kein Aroma. Ich gehe durch Stunden wie durch lauwarmes Wasser. Vor dem Fenster fliegt eine Plastiktüte.

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Leer gerechnet

Im immerwährenden Jetzt sind die Lichter ausgedünnt. Teppiche schlucken die Schritte der Zählenden. Um dem Zufall eine Form zu geben, werden Zahlen beschworen. Gespräche versickern im Dazwischen. Masken verraten nichts, doch alle spüren die Nähe zum Abgrund. Hände setzen routiniert. Blicke hypnotisieren die Kugel. Erwartung flackert auf, zieht sich zurück. Blicke rechnen weiter. Mehr ist

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Container Terminal Altenwerder. Morgens, 6:00 Uhr

Im Nebel wird umgeladen, sortiert, verschoben. Riesige Kräne, Giraffen aus Stahl, greifen ins Grau nach einem festen Takt. Fahrzeuge kreisen- ameisengleich- auf vorgegebenen Routen. Container rücken eng zusammen wie Schildkröten auf kaltem Beton. Alles ist in Bewegung, irgendwie unterwegs. Alles wird gestapelt, versiegelt, nummeriert. Alles wird überwacht, verbucht, registriert. Träume, Wünsche und Sehnsüchte. Der Hafen

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Leer gerechnet

Im immerwährenden Jetzt sind die Lichter ausgedünnt. Teppiche schlucken die Schritte der Zählenden. Um dem Zufall eine Form zu geben, werden Zahlen beschworen. Gespräche versickern im Dazwischen. Masken verraten nichts, doch alle spüren die Nähe zum Abgrund. Hände setzen routiniert. Blicke hypnotisieren die Kugel. Erwartung flackert auf, zieht sich zurück. Blicke rechnen weiter. Mehr ist

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Warum?

Meine Seele runzelt leise auf eine unwohlsame Weise. Ich muss mich ständig neu besinnen, um dem Abgrund zu entrinnen. Ich muss so manche Träume schreddern, mich nicht in Trugbildern verheddern. Ich muss die Welt von Nahem seh’n, um auch das Gute zu versteh’n. Warum fehlt mir die Leichtigkeit in dieser mir geschenkten Zeit?

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Wider der Turbologik

Ich steigere mein Tempo nicht für Leistungskennzahlen. Ich beschleunige nicht für Produktionszyklen. Ich erhöhe meinen Takt nicht für das Bearbeitungsvolumen. Ich optimiere nicht meine Aufmerksamkeitsspanne. Ich lasse Zeit entstehen. Das ist kein Rückzug. Das ist Widerstand gegen eine Ordnung, die Geschwindigkeit mit Wert verwechselt.

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Vom Ende her

Manchmal legen Momente die Uhren ab: Ein Raum wird still, ohne leer zu sein, ein Lied löst die Zeit auf, ohne Verlust zu sein; Eine Wahrheit wird erkannt, ohne dass man sie gesucht hat. Du hörst dein Herz deutlich. Du spürst etwas, das nicht von dieser Welt ist: ein Sein ohne Vorher und Nachher. Doch

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Milky Way im Dunkelpark

Wer lässt nicht gern die Seele baumeln Und entflieht dem Alltagsstress? Sich mal gründlich zu verkrümeln, Das ist Camping at its best! Nur im Zelt und ohne Hetze Wird Natur ganz pur genossen – Denn dort sind die schönsten Plätze, Einsam, ohne Menschenmassen. Auch der Dark Sky Park hat Reize, Denn hier gibt es nachts

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