Uliana Rovenchak

Wasser in der Sahara

Wie auch immer wir in Städte kommen – mit unterschiedlicher Stimmung, in verschiedenen Jahren, in unterschiedlichen Lebensphasen – manche von ihnen bleiben für uns genau gleich. Die Orte, die uns einmal berührt haben, gefallen uns weiterhin. Und diejenigen, die uns mit nichts Besonderem erreicht haben, bleiben einfach nur eine Veränderung der Landschaft vor unseren Augen.

Manchmal hat man das Gefühl, dass in einer Stadt nichts zurückgeblieben ist – nur die eigenen Emotionen, die man mitgebracht und genauso wieder mitgenommen hat. Aber es gibt Städte, in denen etwas bleibt. Städte, die etwas in uns berühren, etwas Vertrautes, etwas Neues oder etwas längst Vergessenes in uns wieder öffnen. Selbst über viele Kilometer hinweg zieht es uns zu ihnen zurück. Auch wenn die Anreise unbequem ist oder sie längst bekannt und von vielen Menschen besucht sind.

Man kehrt nicht unbedingt zurück, um genau dasselbe Gefühl noch einmal zu erleben. Vielleicht, um etwas Neues zu finden – etwas Tieferes, etwas Größeres, etwas, das uns noch näher zu uns selbst bringt.

Wien ist vielleicht nicht zu so einer Stadt für mich geworden. Und gerade das lässt mich noch einmal zurückkehren wollen – dorthin, wo etwas geblieben ist.

Denn oft finden wir nur die Sahara. Aber eigentlich sehnen wir uns einfach nach Wasser.

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