Timo ERTEL

Winternebel im Bergischen Land

Der Nebel sinkt ins Bergische Land,
legt Grau auf Dächer, Feld und Rand.
Die Hügel treten aus der Sicht,
als nähme sie das fahle Licht.

Die Eichen stehen schwarz und schwer,
kein Blatt bewegt sich in den Kronen mehr.
An kahlen Zweigen hängt der Reif,
der Morgen bleibt noch blass und steif.

Der Bach zieht dunkel durch das Tal,
sein Wasser spricht nur schmal um schmal.
Am Ufer friert das dürre Gras,
der Frost beschlägt den stillen Pfad.

Das Dorf verschwimmt im weißen Flor,
nur Rauch steigt aus den Schornsteinen empor.
Ein Fenster glimmt, ein Hund schlägt an,
dann schweigt die Straße wieder lang.

Vom Waldrand löst sich scheu ein Reh,
tritt lautlos in den ersten Schnee.
Es hebt den Kopf, verharrt und lauscht,
während der Wind durch Fichten rauscht.

Der Nebel zieht von Hang zu Hang,
nimmt jedem Weg den alten Klang.
Er löscht die Ferne, nicht das Sein,
und schließt die Welt nach innen ein.

So ruht das Land im Winterlicht,
verborgen, doch verschwunden nicht.
Denn unter Frost und schwerem Grau
bewahrt die Erde still den Tau.

Am Mittag hebt sich langsam der Flor.
Die Hügel treten wieder hervor.
Nur in den Tälern bleibt ein Schweigen,
das selbst die kahlen Bäume tragen.

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