22. Juli 26 · Mittwoch · 22:47 Uhr
Mit kreisenden Gedanken liege ich
hier.
hier in meinem zu großen Bett.
Zu zweit hätten wir hier
perfekt hineingepasst.
Allein fühlt es sich kalt und riesig
an,
so als wäre ich im endlosen Ozean
gefangen.
Wie deine Seite immer ein kleines
Stück wärmer war als meine
und wie kalt sie jetzt ist.
Dabei bist du doch gar nicht
richtig weg?
Ich habe dich ja schließlich noch
immer gleich eingespeichert.
Kenne deine Adresse und den Weg
zu dir in- und auswendig. Und dein
Pullover hängt ja auch noch an
der selben Stelle.
Bis jetzt gab es noch keinen Abschied,
kein „Tschüss“ und auch kein
„Ich will dich nie wiedersehen“.
Nur die Seite vom Bett ist seit
zwei Wochen leer.
Manchmal fällt es mir besonders
schwer. An anderen Tagen
wiederum etwas leichter.
Und dann fühle ich mich schuldig.
So unausgesprochen schuldig,
fast so unausgesprochen, wie
die Gedanken von uns beiden.
Ich könnte etwas ändern,
doch lieber liege ich im Bett und
frage mich,
ob ein Abschied nun die Lösung ist.
Dabei weiß ich doch,
wie es eigentlich sein könnte.
Wie warm die andere Seite vom
Bett sein kann und wie schön es
ist,
deine Stimme zu hören,
deine Haut zu berühren und deinen
Geruch in der Nase zu haben.
Ich habe immer etwas länger eingeatmet,
wenn wir uns umarmt haben.
Ich könnte deinen Geruch unter
Tausenden erkennen!
Und je mehr ich darüber
nachdenke,
umso schuldiger fühle ich mich,
denn ich dachte es würde niemals
dazu kommen.
Ich dachte es wäre ein für immer!
Doch vielleicht ist es das nicht.
Ich kann nicht mehr in deine Augen schauen,
weil ich weiß, dass meine Taten und Worte dich verletzt haben.
Und klar, du hast mir auch unglaublich wehgetan,
doch ich denke, keiner von uns meinte es je böse.
Denn so bist du nicht
Und ich auch nicht.