Welch ein Segen bringt der Regen
auf das ausgedörrte Land;
still zieht er auf Feld und Wegen
wie eine kühle, milde Hand.
Die Erde trinkt mit dunklen Poren,
der Staub verliert sein graues Kleid;
was müd und matt schien und verloren,
erwacht zu neuer Heiterkeit.
Die Linden tropfen, Hecken glänzen,
der Garten duftet tief und schwer;
die Amseln hüpfen an den Grenzen,
als freuten sie sich noch viel mehr.
Auf Stoppelfeldern, braun und trocken,
zieht langsam Feuchte in den Grund;
selbst dürre Halme scheinen locken,
und Moos wird wieder weich und bunt.
Der August schweigt in grauen Stunden,
kein Sonnenbrand liegt auf dem Stein;
die Hitze scheint für heut verschwunden —
man darf sogar zufrieden sein.
Doch kaum sind Feld und Wald genesen,
kaum glänzt das Pflaster frisch und rein,
beginnt der Mensch, wie stets gewesen:
„Wann wird denn endlich Sonne sein?“