Wahrheiten flirren
als Luftspiegelungen
deines Atems
flimmernd
schimmernd
in den Täuschungen
aus der Dunkelheit
des Sumpfs
flammt die Klage auf
LEBEN IRRT DURCHS NICHTS
Wahrheiten flirren
als Luftspiegelungen
deines Atems
flimmernd
schimmernd
in den Täuschungen
aus der Dunkelheit
des Sumpfs
flammt die Klage auf
LEBEN IRRT DURCHS NICHTS
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Dieses Gedicht bewegt sich von: flirrenden Wahrheiten zu flimmernden Täuschungen, vom Atem zur Klage, vom Schimmer zu Leere. Gerade diese weite Spannung macht es stark.
Ein wunderbarer Einstieg mit „Wahrheiten flirren / als Luftspiegelungen“. Flirren evoziert Hitze, Unschärfe – und optische Täuschungen. Plötzlich wird es intim mit „deines Atems“, da ist Nähe, Aus- und Einatmen, auch Lust, Freude im Lebendigsein.
Die Wortfolge flimmernd/schimmernd verstärkte das Vage, das Unsichere – das aber auch interessiert, anzieht.
Ein Bruch kommt mit dem Sumpf-das Gedicht kippt in eine andere Welt. Sumpf als Ort des Versinkens, der Unklarheit, aber auch der Ort, wo Leben entsteht.
LEBEN IRRT DURCHS NICHTS – ein Ausruf, ein Bannspruch, ein Echo aus einer anderen Sphäre, existenziell, aber nicht hoffnungslos – eher eine Ahnung. Leben als Suchprozess. Die Grossschreibung macht daraus etwas Monolithisches, etwas in den Stein Gehauenes. Trotz der (gewollten) Sperrigkeit des Textes: lies es einige Male durch: es bekommt einen Fluss, Wort nach Wort, Zeile an Zeile.