Timo ERTEL

Des Sommers Krone

Der August zieht ins Land herein,
des reifen Sommers Krone;
auf Korn und Obst fällt goldner Schein
der hohen, warmen Sonne.

Die Ähren neigen schwer ihr Haupt,
der Wind durchstreicht die Weiten;
schwarz glänzt die Frucht im Brombeerlaub
und kündet späte Zeiten.

Der Mäusebussard kreist im Blau
hoch über reifen Feldern;
am Morgen liegt der erste Tau
im Schatten dunkler Wälder.

Die Schwalben sammeln sich am Draht,
als wüssten sie vom Scheiden;
der Abend sinkt nun früh und matt
auf Wiesen, Wald und Weiden.

So krönt der August Feld und Flur
und lehrt im stillen Reifen:
Die Fülle ist des Abschieds Spur,
die wir im Glanz begreifen.

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