Die Bergbauernwiese prahlt nicht.
Sie lebt vom langsamen Sommer
und vom schweren Atem der Hänge.
Zwischen Arnika und Enzian
steht das Gras nicht fett und herrisch,
sondern licht, durchlässig, offen
für Margerite, Thymian und Klee.
Hier wächst Vielfalt nicht aus Überfluss,
sondern aus Begrenzung.
Der magere Boden zwingt die Pflanzen
zu einem stilleren Vertrag.
Vielleicht wirken diese Wiesen deshalb
dem Menschen so friedlich:
Weil dort nichts alles überwuchert.