Lutz Tretschoks

Eichenherz

Im kühlen Schatten der Eichenrinde
verblüht die Jugend so manchem Kinde.
So manch lieb Hungriger saß hier erhitzt,
und hat seiner Liebsten ein Herz geschnitzt.
Das Eichenherz vernahm dies mit Wonne,
es schloss dankbar seinen Blätterhimmel gen Sonne.
Die Jugend gelebt, die Herzen verblasst,
das Alter, die Anzahl der Ringe, werden der Eiche zur Last.
Die Eiche ist müde, die Wurzeln sind grau,
sie trägt an ihrem letzten Tag ihr schönstes Kleid aus Morgentau.

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