Seit Tagen stand die Luft wie Blei,
der August brannte Feld und Rain;
der Himmel blieb von Wolken frei,
und Staub lag grau auf Weg und Stein.
Dann kam bei Nacht der Landregen,
kein Donner fuhr ihm laut voraus;
er fiel auf Gärten, Feld und Wegen
und rauschte leis um Hof und Haus.
Die Erde trank. Im Brombeerlaub
begann ein dunkler Glanz zu stehn;
der Regen band den losen Staub,
und Schnecken sah man wieder gehn.
Die Rotbuche glänzte tief und satt,
der Farn hob seine Wedel sacht;
auf jedem Halm, auf jedem Blatt
lag kühl die Nässe dieser Nacht.
Vom Waldrand stieg der feuchte Duft
nach Erde, Moos und nassem Holz;
die kühle, regenschwere Luft
nahm selbst dem Sommer etwas Stolz.
Die Hortensie, schwer vom Nass,
trug Tropfen auf dem Blütenrand;
im Garten glänzten Stein und Gras,
und Erdgeruch zog durch das Land.
Der Regen fiel gelassen weiter,
als wüsste er, was nötig sei;
die Amsel badete sich heiter,
der Mensch sah schweigend dabei.
Seit Wochen hieß es: „Regen her!“
Man sah besorgt auf Feld und Flur.
Nun regnet’s endlich mehr und mehr —
„Wann kommt die Sonne?“, fragt man nur.