Naturgedichte

Das Schauspiel

Wenn die Sonne ihren Pinsel rötlich auf die Berge streicht und sich die Nacht dem Morgen farbenfroh die Hände reicht und selbst die Vögel diesem Schauspiel lauschen sich die Blätter golden bauschen sich die Sonne langsam hebt der Himmel sich in Farbe webt und du, ganz bei dir selbst tief in dich hineingelebt merkst Du

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Moment

Eine Wolke zieht dahin, wattig in der Abendsonne erglühend, ein Geschenk. Elementare Transformation hieroglyphisches Zeichen, schwer lesbar aber schön. Ich schaue nach oben und flüstere ein paar Worte, luftige Begegnung. Der Hoffnungsträger grüßt mich ganz still von oben und vergeht im Mondeslicht, was ist da geschehen?

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Was der Oktober weiß

Die Hagebutte steht am Rain, vom Morgenregen blank gewaschen; im Gras liegt eine Kastanie, noch glatt und braun in grünen Taschen. Die Rotbuche hält länger fest. Der Ahorn gibt sein Gelb schon preis. Am Zaun verblüht die letzte Aster, und über Wiesen zieht es weiß. Ein Rotkehlchen prüft kahle Zweige, als wären sie für ihn

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Herbst macht was draus

Wenn die Nächte länger werden und die Kälte zieht ins Haus, sagt der Herbst mit krummen Fingern: „Nun, mein Freund, mach was daraus!“ Draußen murrt der Wind am Fenster, drinnen dampft bereits der Tee. Und die Katze kennt das Leben: Sie bleibt liegen. Das ist okay. Blätter kleben auf den Wegen, Nebel hängt am Gartenzaun.

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Erntedank

Ährengold auf weiten Feldern gab es und in unsern Wäldern leuchten Blätter kunterbunt, denn der Herbst gibt allen kund: Äpfel, prall mit roten Backen, Nüsse reif, bereit zum Knacken, Wein, so lieblich wie im Traum; Ernte satt, man glaubt es kaum! Birnen, Pflaumen, Kohl und Mais sind, wie jeder von uns weiß, genau wie’s Korn

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