Naturgedichte

Augustregen

Welch ein Segen bringt der Regen auf das ausgedörrte Land; still zieht er auf Feld und Wegen wie eine kühle, milde Hand. Die Erde trinkt mit dunklen Poren, der Staub verliert sein graues Kleid; was müd und matt schien und verloren, erwacht zu neuer Heiterkeit. Die Linden tropfen, Hecken glänzen, der Garten duftet tief und

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Sehnsucht!

Gedanken schweben… Gedanken schweben übers Meer. Verweht im Wind die innere Wehr. Hand in Hand das spüren der Zeit. Die Wellen plätschern in das Leid. Endlose Weite wärmt das Gefühl. Sanfter Wind wirkt frisch und kühl. Seele wünscht sich hier ein Nest. Ein letzter Blick hält Schönes fest. Bernd Tunn Tetje

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Hymne an den Pickel

Oh Schreck, oh Pein, oh großes Weh, als ich heut‘ in den Spiegel seh‘, was starrt mich an im gleißend Licht? Ein Pickel – mitten im Gesicht! Wo kommst Du her, mein neuer Gast? So sprich zu mir, Du süße Last. Kommst Du aus meiner Seele Grund? Und wirst Du größer, dick und rund? Die

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Augustlied

Der August geht durch Wald und Feld, mit Gold im Haar, mit Licht im Kleid; als wär die ganze müde Welt noch einmal schön für kurze Zeit. Die Brombeerhecke trägt so schwer, die Wespe taumelt süß berauscht; vom Hügel kommt kein Lärmen mehr, nur dass der Wind im Hafer lauscht. Am Bach steht still die

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Augustabend

Der August liegt auf Feld und Rain, so satt, als müsst es ewig sein; das Korn ist schwer, die Luft ist lind, nur manchmal geht ein kühler Wind. Die Brombeerhecke, schwarz und voll, weiß längst, was bald geschehen soll; die Wespe trinkt am süßen Saft, als gäb es morgen keine Kraft. Am Wege steht die

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Morgenzauber

Morgenluft hebt Gedanken die sich zur Nacht bedrückend schwer um die Seele rankten hoch hinaus in das Wolkenmeer. In der Ferne – vom Morgenlicht in Farbenzauber getaucht – bekommen Sorgen ein andres Gewicht der Gedanken Schwere verraucht. Tau auf frischem Grün freut und belebt Herz und Sinn verweht sind Sorgen der Morgen schenkt die Chance

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SOMMERAUSFLUG

Den Wagen habe ich abgestellt begeh die Seitenwege, ich schlendere übers Sommerfeld und über morsche Stege. ————————- Behelligt nicht vom Stundenschlag entrückt den Alltagssorgen, ergeben ganz dem heiteren Tag schon früh am stillen Morgen. ——————– Auf Äckern und auf grüner Au liegt helles Sonnengleißen, es quirlen aus dem Himmelsblau der Lerchen Trillerweisen. ——————— Leis sirrend

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Wasser in der Sahara

Wie auch immer wir in Städte kommen – mit unterschiedlicher Stimmung, in verschiedenen Jahren, in unterschiedlichen Lebensphasen – manche von ihnen bleiben für uns genau gleich. Die Orte, die uns einmal berührt haben, gefallen uns weiterhin. Und diejenigen, die uns mit nichts Besonderem erreicht haben, bleiben einfach nur eine Veränderung der Landschaft vor unseren Augen.

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Otter Fluss

Der Strom der Zeit bahnt sich seine Wege, gemächlich still. Ich gleite dahin, zusammen mit dir jenseits der letzten Biegung. Schlieren halten dagegen, im Ufergebüsch, und drüben, im Spiegel der Bäume auf dem ruhigen Wasser, da grüßt die Welt, und ich grüße zurück. Unablässig weit sind meine Wege von den Quellen bis zur fernen Mündung,

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Des Sommers Krone

Der August zieht ins Land herein, des reifen Sommers Krone; auf Korn und Obst fällt goldner Schein der hohen, warmen Sonne. Die Ähren neigen schwer ihr Haupt, der Wind durchstreicht die Weiten; schwarz glänzt die Frucht im Brombeerlaub und kündet späte Zeiten. Der Mäusebussard kreist im Blau hoch über reifen Feldern; am Morgen liegt der

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Augustkrone

Der August ziehet ein und bringt des Sommers Krone; sein goldner, warmer Schein ist die gereifte Sonne. Die Ähren, schwer und dicht, verneigen sich der Erde; im späten Mittagslicht wird Fülle zur Gebärde. Am Hag wird schwarz und schwer die Brombeerfrucht im Laube; die Wespe kreist umher im Duft der reifen Traube. Der Mäusebussard zieht

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Am Weiher

Der Weiher ruht. Kein Hauch bewegt das dunkle Bild im Wasserspiegel; nur eine Birke neigt sich leis, als trüge sie ein altes Siegel. Das Schilf bewahrt den stillen Grund, den keines Menschen Blick erreicht. Was unter grünen Wassern schläft, hat längst der Zeit sein Recht enteilt. Ein schmaler Pfad am Ufer hin, vom Moos und

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Die Heimkehr

Nicht Stein allein und Dach und Baum begründen eines Menschen Leben; erst was er liebte, litt und trug, kann einem Orte Heimat geben. Der stille Weiher ruht im Licht, die Birken stehen stolz und helle; sie kennen weder Glück noch Leid, doch mahnen sie an ew’ge Quelle. Das Haus dort fern am grünen Rain ist

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Am stillen Weiher

Der Abend liegt auf Feld und Rain, die Birken stehen bleich und stille; vom fernen Haus fällt matter Schein hinüber auf des Weihers Fülle. Kein Vogelruf, kein Schritt erklingt, nur Schilf bewegt sich an den Rändern; ein kühler Hauch vom Wasser dringt durch Gras und dunkle Uferländer. Der schmale Pfad, vom Tau benetzt, führt heimwärts

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Heimweg am Weiher

Am Ufer steht die Birke weiß, der Abend liegt auf Gras und Steinen; im dunklen Wasser schwimmt der Himmel, als müsse er um gestern weinen. Das Haus dort hinter Busch und Rain trägt still sein Dach durch Jahr und Wetter; noch rauscht im Hof der alte Brunnen, noch zittern an der Tür die Blätter. Ein

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