Naturgedichte

Frühjahrston

Flatulentia – der Lenz ist da, er drängt durch jede feste Form; was eben noch ganz streng geschah, verliert sich leise ohne Norm. Ein Laut, so schlicht, doch voller Kraft, zerreißt die Ordnung, unbestellt; und was zuvor noch Ernst erschafft, wird plötzlich Spiel in dieser Welt. Man sieht sich an, erst stumm, dann frei, das […]

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Sonett an den Mai

Wenn Maienlicht die stillen Felder weckt, und Morgentau auf jungen Wiesen ruht, wird neu, was lang im Winter war verdeckt, und leises Grün durchströmt die Welt mit Mut. Der Wind bewegt die Äste sacht im Hain, die Lerche hebt sich singend in das Blau; es scheint, als kehre alles Licht nun heim im milden Glanz

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Meine Maienzeit

Der Maien zeigt des Frühlings Pracht, wenn junge Stimmen fröhlich klingen; die Erde ist vom Licht erwacht, und milde Winde Lieder bringen. Durch Gärten zieht ein süßer Duft, der leis die alten Zeiten streift; und über Wald und klarer Luft wird neues Leben still gereift. Die Wiesen stehn im Blütenkleid, der Morgentau glänzt auf den

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Frühlingswechsel

Die Sonne scheint, der Lenz, der weint, weil Wolken durch die Himmel ziehen; doch selbst, wenn sich der Tag verneint, beginnt das erste Grün zu blühen. Der Regen fällt auf Feld und Baum, der Wind streift kühl durch junge Triebe; und dennoch wächst im stillen Raum das Leben weiter aus dem Lieben. So trägt der

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Der Baum und sein Ende..

ein Baum nicht mehr grün und träge, wartet auf den Mensch mit der Säge, einige Vögel haben es schon geahnt, mit ihrem Ruf Andere davor gewarnt, der Maulwurf ist auch auf der Flucht, sucht Schutz am Bach in der Schlucht, die Fische sehen das ganz erstaunt, der Angler ist gleich schlecht gelaunt, Ameisen wollen jetzt

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Die Legenden!

Die Legenden… Gleiten in die graue Wand. Sie fahren in anderes Land. Tiefe Stille fängt sie ein. Mystik kann so düster ein. Nebelhorn bläst ein Signal. Diese Fahrt wirkt ohne Wahl. Spannung liegt in der Luft. Dieses Grau mit Eigenduft. Träge liegt der Nebel schwer. Die Legenden wollen mehr. Bernd Tunn Tetje

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Morgenstunde

Ein Hase schnuppert im Vorgarten und lauscht mit seinen großen Ohren. Die Sonne will noch nicht so ganz sich einen Weg durch die Wolkenhülle befreiend bahnen. Die Hundebesitzer führen ihre Tiere aus und erfreuen sich an der morgendlichen Frische, und dies im Monat Mai. Die Zeitungen berichten von der ukrainischen Front, und in der Straße

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Festspiel am See

Am Eutiner See, im Maienlicht, ruht Klang noch tief im Schweigen dicht; doch überm Grün, im stillen Raum, liegt schon Musik wie ferner Traum. Das Wasser hält den Himmel fest, als trüg es Ton in leisem Rest; die Wolken ziehn in sanfter Spur, wie Noten über Blatt und Flur. Im Schattenzweig, vom Wind bewegt, wird

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Mai in Eutin

Mai in Eutin, da zieht es mich hin, wo Wasser den Himmel trägt im stillen Gewinn; wo Wege sich biegen im blühenden Saum und Zeit sich verliert wie ein wandernder Traum. Die Ufer aus Holz, vom Schritt sanft berührt, als hätten sie längst jedes Kommen gespürt; das Blau in der Weite, das Grün ringsumher –

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Herbst – Nach Übermaß

Die Blätter fallen nicht aus Schwäche, sie lösen sich aus Übermaß; wer festhält wider seine Fläche, verliert am Ende mehr als Maß. Was reift, beginnt sich abzugeben, nicht aus Verlust, vielmehr aus Sinn; denn alles volle, drängend Leben strebt irgendwann nach außen hin. Der Baum bewahrt nicht durch Behalten, er ordnet sich durch stillen Schnitt;

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Mitternacht am Bach

Um Mitternacht, wenn still der Atem ruht, zieht sacht ein Bach durch dunklen Wiesengrund, als trüg er fort, was schwer im Innern tut, und spräche leis: „Die Nacht macht alles kund.“ Ein kühler Hauch streift sanft das müde Herz, der Mond legt still sein Silber auf den Lauf, und was noch pocht von altem, leisem

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Der Natur zuliebe

Der Natur zuliebe, liebe die Natur. Der Natur zeig deine Liebe. Ohne Natur gibt es nur Karikatur, ohne Kultur gibt es keine Natur. Kämpfe für die Liebe zur Natur. Ohne Kampf für die Natur bekommen wir alle globale Temperatur. Erledige deine liebevolle Korrektur.

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