Manchmal sitze ich im Dunkeln,
weil dort die Gedanken leiser sind,
wo niemand fragt, wohin ich gehe,
und niemand wissen muss,
was ich tief in mir empfinde.
Ich habe gelernt,
dass nicht jeder Weg geradeaus führt,
dass manche Abzweigungen
uns erst zeigen,
wer wir wirklich sind.
Wir suchen uns unsere Berufung aus,
verlieren uns dabei manchmal selbst,
rennen vor dem davon,
was wir eigentlich finden wollen,
und merken erst später:
Auch Umwege können Heimat sein.
Ich wollte so oft fliehen,
vor Erinnerungen,
vor Fehlern,
vor mir selbst.
Doch wie ein Fluss
muss auch das Leben weiterfließen.
Es trägt mit sich,
was nicht bleiben kann,
und bringt uns vielleicht
dorthin, wo wir niemals gesucht hätten.
Und irgendwann
erscheinen selbst Gewitterwolken blau.
Der Regen fällt,
doch er wäscht nicht nur die Straßen sauber.
Vielleicht wäscht er auch
ein Stück der alten Zweifel fort.
Dann bleibt dieser eine Gedanke:
Vielleicht müssen wir nicht perfekt sein.
Vielleicht reicht es,
ehrlich zu sein.
Den Menschen mit Respekt zu begegnen,
mit offenem Herzen,
ohne Rollen zu spielen,
ohne uns kleiner zu machen,
als wir sind.
Denn irgendwo zwischen
allem Verlieren und Wiederfinden
entsteht die beste Version von uns.
Vielleicht trägt Glück
keinen großen Namen.
Vielleicht begegnet es uns
ganz sanft und leise –
in einem Blick,
einem Lächeln,
einer Hand, die bleibt,
wenn alle anderen längst gegangen sind.
Und vielleicht gibt es irgendwo
eine unbekannte Konstante,
einen Menschen,
den wir noch nicht kennen,
eine Seele,
die irgendwann unseren Weg kreuzt.
Bis dahin
will ich weitergehen.
Nicht mehr davonlaufen.
Weiter lieben.
Weiter träumen.
Weiter hoffen.
Denn selbst wenn die Nacht
manchmal unendlich scheint,
weiß ich inzwischen:
Hinter jeder Dunkelheit
wartet irgendwo ein Morgen.
Und vielleicht
ist genau das Leben –
nicht zu wissen,
was hinter der nächsten Abzweigung liegt,
aber trotzdem
einen Schritt weiterzugehen.