Aufbruchsstimmung

Februarsonne grüßt unter dem kalten stahlblauen Himmel, sie will uns aufwärmen und aus den Mänteln hervorlocken. Unter den Bergen hockt die Stadt, noch etwas eingefroren im Wüstensand, Kakteen allenthalben geben sich selbstwusst, trotzig die Hitze und monatelange Trockenheit ignorierend. Nur die Kälte im Winter macht ihnen zu schaffen. Hoch über dem Meeresspiegel in Sonora gelegen, […]

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Kein dankendes Wort

Er ist ein Mensch, der an andere denkt, Mitmenschen nie egoistisch abhängt, an ihnen trotz ihrer Schwäche festhält, sie weder abschreibt noch ins Abseits stellt. Stattdessen auf sie ganz menschlich zugeht, sowie mit Rat und Tat zur Seite steht. Obwohl er für alledem nichts verlangt, wird ihm sein Verhalten oft nicht gedankt. Ein dankendes Wort

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Würde ist kein Konjunktiv

Gemäß dem deutschen Spracharchiv ist „würde“ immer Konjunktiv. Doch meine Würde, fest und schlicht, beugt sich vor nichts und niemand nicht. „Würde“ ist auch nicht hypothetisch. „Würde“ ist real und stützt uns stetig. Kein „könnte sein“, oder „vielleicht“. Es ist wies ist – das reicht.

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Die Lektion der Nacht

Sie kam daher wie Sommerwind, im kurzen Kleid, das Funken schlägt. Ein Lächeln, das dich fast gewinnt, ein Blick, der tief dein Herz prägt. Sie tanzt so frei, so leicht, so nah, ihr Duft legt Glut auf deine Haut. Du denkst: Vielleicht wird Liebe wahr, weil deine Sehnsucht an sie glaubt. Sie lehnt sich an,

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Nur die Stille…

Nur die Stille… Zwischen Steinen schmale Wege. Der Sonnenschein wirkt so träge. Die milde Luft verbreitet Duft. Wildwuchs schützt die kleine Gruft. Dieses Grab verwunschen wirkt. In ihm sich ein Schicksal birgt. Namen sind schon längst vermoost. Nur die Stille spendet Trost. Bernd Tunn Tetje

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Masken

Du fragst dich worauf er verweist Der Dichtergeist Nostalgisch schaust du auf das Etikett Die ganze Welt war so nett Zur rechten Zeit die Maske aufgesetzt Niemand wurde verletzt Die Illusion wurde aufrechterhalten Bis die Schreie der Seele widerhallten

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Pseudoanonymius

Ein Pseudoanonymius, der fabulieren wollte Begehrte einer Muse Kuss, daß sie ihm helfen sollte Das Blatt Papier, so weiß und leer mit Worten zu bedecken Als Dichter wollte er nicht mehr sich anonym verstecken Die Muse bietet ihm sogar, was eigentlich nicht üblich ist Ihr rotes Musenlippenpaar, da hat er sich wohl festgeküsst Jetzt wo

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Aufräumen

Es bleibt nichts mehr als,,aufzuräumen,, Nach der langen, durchzechten Nacht Noch keine Zeit, um auszuträumen Zweifel einfach auszuräumen Was hab ich mir dabei gedacht?   Da stehen Flaschen, leere Gläser Ein Aschenbecher, Knüllpapier dort ein halb beschriebener Zettel ich lese was vom,, Jetzt und Hier‘‘ Räum alles weg, stell es beiseite Sortiere nicht, entferne nur

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Winter

Der Frost berührt die Haut so sacht, Die Lippen bleichen blau bei Nacht. Die Schritte weichen, alles ruht, Vergeht die Welt, so wie sie tut. Wenn alles schläft, der Winter schreibt, Und alles friert von Zweig zu Zweig. Ganz tief im Innern scheint ein Licht, Das warme Herz, das nie zerbricht. © Marcel Strömer [Magdeburg,

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Die Krähenkönigin

Sie kreist im weiten, grauen Rund, ein Schatten über stillem Land. Sie braucht nicht jenen bunten Prunk, der nur im grellen Licht bestand. Ihr Federkleid, aus Nacht gewebt, trägt Glanz in tiefem Purpurschein. Wenn sie den Schwingenschlag erhebt, steht sie im Frost und Sturm allein. Wo andre vor dem Winter fliehen, bleibt sie der Heimat

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Ein Zipperlein

Ein Zipperlein Ein Zipperlein klopft an die Tür Los mach schon auf, ich will zu dir Doch lass dich nicht auf sowas ein Ein Zipper kommt niemals allein Bringt alle seine Freunde mit In meinem Fall war’n sie zu dritt Und Spiessgesellen nenn ich sie Spinalkanalstenose, Gürtelrose und Fibromyalgie

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Sonett auf den März

Noch liegt ein Hauch von Frost auf Wald und Flur, doch mildes Licht durchbricht des Winters Schweigen; im Märzwind beben schon die kahlen Zweigen, und Tau durchzieht der starren Erde Spur. Verborgne Saat träumt tief in dunkler Kur, die Knospen heben sich im stillen Neigen; ein Vogelruf lässt ferne Himmel steigen und rührt an Herz

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Märzbericht

Der März erscheint im Wetterdienst. Tauwetter. Leichter Wind. Die Stadt taut auf. Der Asphalt glänzt. Knospen? Ja – zwischen Parkplatzlinie und Glasfassade. Vogelgesang? Überlagert vom Frühverkehr. Der Frühling ist terminiert, steht im Kalender, neben Steuerfrist und Quartalsbericht. Licht fällt auf Bildschirme. Saat wächst im Prospekt. Wandel heißt Update. Ein Märzwind weht durch Baustellenzäune und trägt

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März im Zwielicht

Der März kommt nicht mit hellem Lachen, er steigt aus Nebeln, schwer und sacht; im Märzwind hör ich Stimmen wachen, die schliefen tief in Wintermacht. Die Zweige knistern wie Erinnern, ein Flüstern geht durch kaltes Land; als rührten uns aus fernen Sinnen verlorne Träume, unbekannt. Im Tauwetter tropft dunkles Sehnen von Dach und Ast in

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Märzgesang

Noch liegt ein Hauch von Winter auf Flur und fernem Wald, doch unter kahlen Zweigen pocht Leben leis und bald. Der März hebt an zu flüstern im grauen Himmelsraum; sein Märzwind streift die Felder wie Erinnerung im Traum. Im Tau der jungen Bäche schmilzt hart geword’ne Zeit, und Tropfen fallen silbern in neue Wirklichkeit. Die

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Glücksmomente

Abschiednehmen am frischen Grab, aber ich bin nicht allein. Den Mondaufgang in tiefer Stille beobachten und ein Lied anstimmen. Das wilde Zwitschern einer ganzen Spatzenschar als Chor der Natur wahrnehmen. Wenn ein kleiner Rinnsal den Berg hinabläuft und du die Melodie vernimmst. Der Kuss von der Geliebten, kurz nur und sehnsuchtsvoll, ich bin dein und

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Der Strom der Jahre

Ein Strom von Jahren trug mich fort, ich nannte Fleiß und Pflicht mein Licht. Von Seminar zu neuem Ort – doch wirklich sah man mich wohl nicht. Mit Fleiß bestand ich jede Prüfung, die Zeugnisse – fast wie eine Sucht. Doch fand ich keine echte Berufung, Anerkennung nie – nur Flucht. Die Zeugnisse lagen Blatt

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